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	<title>Reliquien einer Vision</title>
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	<description>Folge unserer Geschichte. Erkenne Deine Bestimmung. Begreife Dein Schicksal.  Schließe Dich unserem Kampf an.</description>
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		<title>Kapitel 1: Reliquien einer Vision</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 00:57:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>listior</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitel 1]]></category>
		<category><![CDATA[Wolçar]]></category>

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		<description><![CDATA[Reliquien einer Vision © Wolçar Vor Edeas Hütte schluckte der Horizont die letzten rotgoldenen Sonnenstrahlen. Die vom Schicksal dieser leblosen Welt zusammengewürfelten Gefährten starrten in kollektiver Ernüchterung auf den blutigen Himmel. Hatte Lulu sie verraten? Nun, was wussten sie schon von ihr? Hatten sie sie nicht gerade erst getroffen? Wer konnte schon ahnen, was in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=reliquieneinervision.wordpress.com&amp;blog=12518215&amp;post=77&amp;subd=reliquieneinervision&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="post_message_6293963"><span style="text-decoration:underline;">Reliquien einer Vision</span></p>
<div><span style="color:orange;"><span style="font-size:medium;">© Wolçar</span></span></div>
<p>Vor  Edeas Hütte schluckte der Horizont die letzten rotgoldenen  Sonnenstrahlen. Die vom Schicksal dieser leblosen Welt  zusammengewürfelten Gefährten starrten in kollektiver Ernüchterung auf  den blutigen Himmel. Hatte Lulu sie verraten? Nun, was wussten sie schon  von ihr? Hatten sie sie nicht gerade erst getroffen? Wer konnte schon  ahnen, was in ihr tickte? Oder den anderen, wie sie hier  zusammenstanden. Der Barbar Thorbus war der Misstrauischste von allen.  Die Geschichte Lulus, wie Sheila, Schatten und auch Kivos, soweit er  etwas mitbekommen hatte, bestätigte seinen Eindruck vom Leben und den  Menschen im Allgemeinen. Wolçar spürte zwar deutlich, dass er einer der  Begnadeten sein musste, wie auch Celes, Dinera, Kivos und Esturiana…aber  was konnte er schon tun, um den Mann zu halten? <em>Jeder von uns muß  seinen Weg selbst wählen. Hieß es nicht immer so im Konzil? Und  vielleicht wären wir wirklich besser ohne ihn dran; er hat sich nicht  unter Kontrolle, wenn die Berserkerwut mit ihm durchgeht. Aber er hat  Schlimmes erlebt, auch, wenn er sich weigert, davon zu berichten. Und  seine Kraft ist beeindruckend. Es wäre tragisch, solch einen Gefährten  zu verlieren. Aber wer für das Recht des einzelnen auf Freiheit  eintritt, kann ihn nicht daran hindern, es wahrzunehmen. Nun, wir werden  sehen, wie er sich am Morgen entscheiden wird. Und ich könnte mir  vorstellen, dass seine Entscheidung von Esturianas Entscheidung abhängen  wird, uns zu begleiten.</em></p>
<p>Sie hatten beschlossen, sich am nächsten Morgen auf den Weg zu machen.  Schatten war vollkommen genesen von Thorbus’ Angriff und weigerte sich  strikt, wenn jemand anbot, sich um seine doch sicherlich vorhandenen  Verletzungen zu kümmern. Wolçar selbst hatte Dank der guten Pflege von  Edea und Luna nach dem Aufwachen seine beeindruckenden  Selbstheilungskräfte entfesseln können und war nunmehr bereit, es erneut  mit der Welt aufzunehmen. Und mit gewissen Schamaninnen, die sich darin  aufhalten mochten. Aber es war bereits recht spät und Edea hatte darauf  bestanden sie – und dabei speziell ihren Patienten – noch eine Nacht im  Hause zu behalten.</p>
<p>Der Dieb Kivos, der ziemlich offensichtliche Gefühle für die Bardin  Sheila zu hegen schien, hatte erläutert, dass die Stadt Hope von hier  nur einige Wegstunden zu Fuß entfernt war. Sie wollten am frühen Morgen  aufbrechen und konnten, so sie es denn für notwendig hielten, in dem  Dörfchen Last in der dortigen Taverne eine Rast einlegen. Mit einiger  Befriedigung dachte Wolçar daran, dass sie nun einen Führer hatten, der  nicht nur mit den richtigen Leuten in Kontakt stand, sondern außerdem  die Gegend wie seine Wesentasche kannte und nicht ständig zwischen  mehreren Persönlichkeiten hin- und herwechselte wie der zweifellos  brillante, aber unverläßliche Gnom. <em>Außerdem freut es mich, dass  Sheila offensichtlich ähnliche Gefühle für den Schattenelfen hegt. Ich  hoffe nur, sie ist nicht wieder zu eifrig. Was die Liebe angeht, ist sie  noch immer ein kleines Elfenmädchen aus der gehobenen Mittelschicht.</em> Er musterte den Dieb, während der sprach.</p>
<p><strong>Der Wirt ist selbst kein Freier, aber auch er scheint über ein  Minimum an Begabung zu verfügen und er ist ein Sympathisant der Freien.  Dort könnten wir insofern ohne größere Probleme und fern von Ylses  Aufmerksamkeit unseren Stützpunkt einrichten. Ich verbürge mich für ihn.</strong> – <strong>Damit schneidest Du ein interessantes Thema an…</strong> meinte  Bücherwurm. <strong>Wer verbürgt sich eigentlich für Dich?</strong> Kivos starrte  dem Gnom in unterdrückter Wut entgegen, doch der zuckte nur die  Schultern und widmete sich wieder seinem Buch. Es handelte sich um den  geographischen Band, den er schon zuvor eifrigst studiert hatte.</p>
<p><strong>Auf jeden Fall seine Ortskenntnis verdient unser Vertrauen; ich  denke, nach Hope dürften es von hier aus etwa sieben Stunden sein. Wenn  wir morgen in aller Frühe…</strong> er warf einen Seitenblick auf die ihn mit  gerunzelter Stirn anstarrende Edea, schluckte und fuhr dann eifrig fort  <strong>…uh, nach einem reichhaltigen, gesunden Frühstück aufbrechen,  könnten wir bereits am frühen Nachmittag in Hope sein. Etwas später,  wenn wir vorher in der Taverne von Last eine Pause einlegten und uns dem  Wirt in den sicherlich weit geöffneten Rachen werfen.</strong> bei diesen  Worten sandte er wieder einen misstrauischen Blick zu Kivos, der  spöttisch eine Augenbraue hob. <strong>Nur keine Sorge, Alterchen. Lars ist  ein guter Mann und kein Freund von SYSTEM, das kann ich Dir versichern.</strong> – <strong>Was Deine Versicherungen wert sind, wird sich noch herausstellen  müssen, Schattenelf.</strong> knurrte der Berserker, der ohne große  Begeisterung neben Esturiana am Tisch saß und der Unterhaltung mit  größter Aufmerksamkeit folgte, während er Gleichmut zur Schau stellte.</p>
<p>Schatten schlich neben Kivos und legte ihm eine riesige, knochige Hand  auf die Schulter. <strong>Es gibt keinen Grund, Kivos zu misstrauen.</strong> – <strong>Abgesehen  davon, dass er ein verdammter Schattenelf ist, meinst Du,  Schattenwesen?</strong> bemerkte Thorbus ungnädig. <strong>Im übrigen bist Du  nicht unbedingt die beste Wahl als Fürsprecher.</strong> Schattens Hand  schloß sich fester um Kivos Schulter. Dem Gesicht des Diebes war zu  entnehmen, dass der harte Griff seines Guardian ihn schmerzte. Schattens  Augen blitzten goldgelb unter seiner Kapuze auf, als er seinen und  Kivos’ Ankläger fixierte. Seine zischende Stimme kroch durch die Nacht  wie ein Schlangenlaut <strong>Ebensowenig gibt es einen Grund, MIR zu  misstrauen. Berserker Thorbus. ICH habe bisher darauf verzichtet,  unprovoziert einen Kameraden anzugreifen. Wie steht’s mit Dir?</strong> Esturiana fühlte sich veranlaßt, Partei für den Berserker zu ergreifen. <strong>Es  steckte keine ABSICHT dahinter. Er dachte, Du wolltest uns angreifen.  Beziehungsweise, dass wir Deine Gefangenen wären. Außerdem konnte er  sich nicht zurückhalten. So geht es jenen, die vom Geist des Zornes  besessen sind. Er übernimmt sie, sobald er Gelegenheit dazu bekommt.</strong> – <strong>Ungefähr so wie bei der KI-Energie?</strong> murmelte Bücherwurm leise  und erntete darauf einen bösen Blick von allen Vier Beteiligten dieser  Diskussion.</p>
<p>Sheila seufzte und Dinera schüttelte den hübschen Kopf. <em>Nun, wir sind  ein eine Gruppe Verirrter auf der Suche nach dem Weg nach Hause…</em> grübelte die Bardin. <em> Es wird sicherlich einige Zeit dauern, aber  irgendwann werden sie sich schon zusammenraufen. Ansonsten…gilt meine  Loyalität Wolçar. Und ich werde Kivos nicht im Stich lassen. Ebensowenig  wie Schatten ihn im Stich lassen wird.</em> – <strong>Es ist wie in einem  Wolfsrudel.</strong> erklang eine melodische Stimme neben ihr. Dinera blickte  der Bardin in die Augen und deutete ein Lächeln an. Sheila fand es fast  unheimlich, dass die Paladin gerade mit IHR sprach. Trotzdem erwiderte  sie das Lächeln. <strong>Ja.</strong> raunte sie zurück <strong>Dabei gibt es hier gar  kein Fleisch, um das man sich streiten könnte.</strong> Dinera zog in einem  spöttischen Ausdruck die Brauen hoch und hob wieder ihre Stimme. <strong>Die  Freiheit ist für jene, die Kivos „Begnadete“ nennt, ein sehr hohes Gut.  Es fällt uns schwer, etwas davon abzugeben. Du und Wolçar, Ihr versteht  das vermutlich nicht, denn Ihr stammt nicht von hier, richtig?</strong> <em>Warum  sagt sie niemals einen Ton? Ihre Stimme ist exquisit – und ich spüre  Magie in ihr!</em> dachte Sheila. Dann fesselte plötzlich etwas ihre  Aufmerksamkeit. <strong>Nein…wie schon gesagt, wir stammen aus einem fernen  Land und…</strong> Dinera winkte lächelnd ab. <strong>Ferner könnte es kaum sein,  denn ihr stammt von einer anderen Welt oder? Meine Göttin hat mir davon  erzählt. Sie sagt, dass ihr vollkommen anders seid als jedes Wesen, dem  sie begegnet ist. Und das ihr…Seelen besitzt, die in keinster Form an  das erinnern, was die Helden Exturions in sich tragen. Ich verstehe,  dass ihr nicht darüber sprechen möchtet. Ich verstehe, wenn man über  Dinge nicht sprechen kann. Auch ich vermag es schließlich nicht.</strong></p>
<p>Damit wandte sich die Paladin von der Bardin ab und deutete auf Celes,  die bedrückt auf dem Boden saß, zwischen den beiden Barbarenzwillingen,  die dem Streit zwischen Schatten, Kivos, Thorbus und Bücherwurm nur sehr  unaufmerksam folgten. Ihre Entscheidung stand fest, sie würden die  Gefährten bis ans Ende der Welt begleiten und zurück, wenn es sein  musste. Dinera wandte sich wieder an Sheila, hielt ihr Auge jedoch auf  Celes. <strong>Da siehst Du jemanden, der Zuspruch benötigt. Offenbar hat  Lulu ihr viel bedeutet. Ihr offensichtlicher Verrat hat das Mädchen sehr  tief getroffen. Ich kann leider…mit Worten nicht umgehen, Sheila. Aber  Du dafür umso besser. Könntest…Du nicht mit ihr reden?</strong> Sheila  schluckte beim Anblick der Jägerin. Sie hatte den Eindruck, dass Celes  SIE für Lulus Verlust verantwortlich machte, zumal sie Kivos gerettet  hatten, wohingegen die Gelehrte verschwunden blieb. Die offene  Zuneigung, die Dieb und Bardin auf Anhieb gezeigt hatten, musste bei dem  Mädchen doch den Eindruck erwecken, Sheila habe ihre Freundin zugunsten  des attraktiven Ex-Leutnants zurückgelassen. Sheila schüttelte traurig  den Kopf. Ihr kastanienfarbiges Haar peitschte dabei sanft von einer  Seite zur anderen.</p>
<p><strong>Ich würde ihr gerne helfen…aber ich fürchte, dass ich im Moment nicht  die richtige Person dafür bin.</strong> Dinera blickte sie grüblerisch an,  nickte dann mit einer Weisheit im Blick, die die Bardin sehr  überraschte, legte ihre Hand auf die Sheilas und signalisierte  Verständnis. <strong>Ja, ich glaube ich verstehe, warum Du ihr nicht helfen  kannst.</strong> Dann schwieg die Paladin wieder, ließ jedoch ihre tröstende  Hand auf der der Bardin. Edea, die das leise Gespräch der beiden  verfolgt hatte, erhob sich und lächelte die neuen Freundinnen an. <strong>Ich  werde mit ihr reden, einverstanden?</strong> Sie ging auf Celes zu und half  der jungen Jägerin auf. Als sie dastand warf sie Sheila einen Ausruck  tiefempfundenen Hasses zu, der der sonst so schlagfertigen Bardin Tränen  in die Augen trieb und sie schnell den Blick abwenden ließ. Edea führte  Celes von der Hütte fort. Sheila bemerkte noch, wie die Heilerin mit  dem Finger auf sie deutete, den anderen Arm dem Mädchen auf die Schulter  legte und dann sanft ihren Kopf schüttelte.</p>
<p>Neben ihr tauchte Wolçar auf, der von dem Streit der vier Gefährten  genug hatte und beabsichtigte, die Auseinandersetzung zu beenden. Er sah  zu Sheila, blickte auf Dinera, wandte sich dann hinüber dorthin, wo  Edea mit der einsichtig nickenden Celes sprach, bückte sich zu Sheila  hinunter und legte seine verbliebene Linke väterlich unter das Kinn  seiner alten Freundin. <strong>Sie ist jung und zornig, Sheila. Aber sie wird  sich beruhigen. Edea wird schon dafür sorgen. Sie ist eine wirklich  bemerkenswerte Frau. Ich wünsche, sie könnte uns ebenfalls  begleiten…aber ihre Verpflichtungen liegen woanders. Auf jeden Fall wird  sie die Dinge mit Celes klären, da bin ich sicher.</strong> Mit einem  Lächeln erhob sich der Hüter, schenkte den Zwillingen und der Paladin  ein um Mitgefühl ringendes Stirnrunzeln und steuerte dann auf Kivos zu,  der den Hüter und die Bardin mit einigem Misstrauen beobachtet hatte.  Sheila wischte sich die Tränen aus den Augenwinkeln und lächelte dem  Dieb gefühlvoll zu, was den zu versöhnen schien.</p>
<p>Die Versöhnung von Bücherwurm, Thorbus und Schatten ging leider weniger  gut voran. Des verwandelten Wandlers Geduld hing an einem seidenen Faden  und der Berserker Thorbus hatte die Hand bereits fest um den Griff  seiner Axt geschlungen. Bücherwurm hüpfte zwischen den beiden hin und  her und heizte die Stimmung nach Kräften an. <strong>Mit Deiner Axt kannst Du  mir überhaupt nichts anhaben, Berserker Thorbus. Ich dachte, das wäre  Dir bereits beim LETZTEN Mal aufgegangen.</strong> – <strong>Warum hast du beim  LETZTEN Mal dann trotzdem japsend am Boden gelegen, Schatten?</strong> – <strong>Tragt  es aus, Burschen! Na los, Thorbus, gib dem Biest ordentlich was auf die  Mütze! Und was ist mit Dir, Guardian? Willst Du Dir die  Unverschämtheiten dieses kleinen Axtschwingers einfach gefallen lassen?  Kommt schon, ihr zwei!</strong> Wolçar gewann wieder den Eindruck, das ETWAS  in Bücherwurm die Kontrolle über seinen Geist und seinen Körper  übernommen hatte. Und in den fast blutrot leuchtenden Augen des großen  Gelehrten erkannte er einen ganz eigenen Streit, einen weiteren  Konflikt, der vermutlich niemals enden würde.</p>
<p>Esturiana saß am Tisch neben dem schäumenden Thorbus, der aufgestanden  war und fast Nas’ an Nase mit Schatten stand. Die junge Magierin warf  dem Hüter einen genervten Blick zu, ihn fragend, was sie denn nun  unternehmen sollten. Der verwandelte Wandler schien vollkommen ruhig und  gefasst; nur seinen verkrampften Händen konnte man seine Anspannung  entnehmen. Kivos Versuche, den Streit zu schlichten, waren in von zwei  zornigen Blicken erstickt worden, weshalb dieser jetzt mit verschränkten  Armen am Tisch saß und Wolçar seinerseits in einer Mischung aus  spöttischer Verzweiflung und nervlicher Anspannung ansah. Bücherwurm  tanzte weiter zwischen den Kontrahenten einher und wirkte so, als hätte  er seit Jahrzehnten nicht mehr soviel Spaß gehabt. Kivos schaute  abwechselnd zu Esturiana, die sorgenvoll lächelte und Wolçar, der  offensichtlich die Geduld zu verlieren begann. Schließlich setzte sich  der Hüter an den Kopf des Tisches, stemmte den Ellbogen auf die Kante  und rieb sich mit faltiger Stirn die Augen. Esturiana musste gegen ihren  Willen lächeln und auch Kivos schmunzelte, während Berserker,  Formwandler und Gelehrter ihr Spielchen weitertrieben.</p>
<p>Kivos ergriff das Wort: <strong>Zu Beginn ging es um mich, glaube ich.  Bücherwurm hält mich anscheinend für einen Spion von SYSTEM und  Thorbus…traut ohnehin keinem hier über den Weg – ausgenommen wohl Euch,  wunderschöne Magierin.</strong> Esturiana runzelte ob der Charmeoffensive des  Diebes die Stirn, grinste jedoch dann in Erwiderung. <strong>Es scheint wohl  so, werter Herr Dieb. Ihr könntet ja nochmals versuchen, IHN mit Worten  einzuwickeln. Oder befürchtet Ihr, er könnte Euch einen Korb verpassen?</strong> Kivos grinste zurück. <strong>Schon die zweite Frau in kurzer Zeit, die mir  mehr als gewachsen ist. Scheinbar lasse ich nach!</strong> Wolçar gestattete  sich ein leises Lachen, während der ehemalige Leutnant der Schattenelfen  mit dem Kopf auf Thorbus deutete und dabei den Blick auf Esturiana  hielt. <strong>Touché, Mademoiselle. Vermutlich muß man wirklich ein Magier  sein, um diesen Kerl zur Räson zu bringen. Wie wäre es mit Euch, Lord  Wolçar?</strong> Der Hüter schüttelte den Kopf <strong>Erspar uns beiden den Lord,  Kivos. Hier bin ich kein Erzmagier, nur ein einfacher Priester auf  einer von vielen sinnlosen Wallfahrten. Hat Sheila Dir davon…?</strong> – <strong>Sie  hat mir ALLES erzählt.</strong> sagte Kivos. <strong>Und die Geschichten von  Eurer…Heimat…, die sie mir zum besten gab, haben mir sehr gut gefallen.  Ich glaube, ich würde sie gern einmal besuchen.</strong></p>
<p>Wolçar sah Kivos erstaunt an. <strong>Tatsächlich? Nun, vermutlich kehren wir  dorthin zurück, wenn wir hier eines Tages alles erledigt haben.</strong> – <strong>Guardian  stammt auch von dort, nicht wahr? Gibt es dort viele so wie ihn?</strong> Wolçar nahm sich vor, ein ernstes Wort mit Sheila über Geheimidentitäten  zu sprechen <strong>Ja. Und nein. Schatten…ist selbst unter seinesgleichen  etwas besonders. Etwas ist mit ihm passiert und hat ihn…verändert, denke  ich. Seine Art IST die Veränderung aber bei ihm…scheint es etwas  festes, konstantes, unabänderliches zu geben. Und soweit ich seine Rasse  verstehe, vergiftet ihn diese Konstante und macht ihn hart und  unnahbar. Aber vielleicht kann sein Volk ihm eines Tages helfen. Was  unser Problem mit ihm HEUTE angeht – würdest Du mir helfen, Esturiana?</strong> Die Magierin nickte erfreut. <strong>Oh, und Kivos: Ich vertraue Dir. Und  auch die anderen werden das früher oder später schon noch tun. Jetzt  solltest Du Dich allerdings um Sheila kümmern. Sie macht sich den  Verlust Lulus zum Vorwurf. Aber so wie ich Schatten, Bücherwurm und Dich  verstanden habe, hatte sie keine Chance, unserer Gefährtin zu helfen.</strong> Der Dieb erhob sich, wandte sich jedoch im Gehen noch einmal an Wolçar:  <strong>Glaubst Du, sie ist noch eine Gefährtin?</strong></p>
<p>Der Hüter nickte. <strong>Irgendwo tief drinnen, ja.</strong> Kivos nickte und  ging dann zu Sheila und Dinera, führte die beiden von der Hütte fort zu  einer blühenden Wiese, die hinter dem Haus lag. Black Tiger und Black  Panther begleiteten die drei, nachdem Tiger sich mit einem kurzen Blick  vergewissert hatte, dass es Celes bei Edea gutging.<br />
Wolçar nahm Esturiana bei der Hand und beide begannen, einen gemeinsamen  Zauber zu sprechen. Der auf- und abhüpfende Bücherwurm erstarrte  plötzlich in der Luft und prallte unsanft zu Boden. Schattens wabernde  Energien froren in ihrem Fluß ein und Torbus’ Pupillen sprangen zornig  hin und her, als er feststellte, dass er sich nicht rühren konnte. <strong>Es  ist genug ihr drei!</strong> donnerte Esturianas Stimme. Wolçar stimmte zu. <strong>Allerdings.  Ihr zwei habt Eure Standpunkte deutlich gemacht: Ihr vertraut einander  nicht. Vermutlich ist das verständlich, zumal wir alle uns erst vor  kurzem über den Weg liefen. Nichtsdestotrotz einigt uns für den Moment  ein gemeinsames Ziel: Hope. Ja, auch Dein Ziel liegt dort, Thorbus, denn  Esturiana hat sich entschieden, uns in die Stadt zu begleiten. Und so  wie ich Dich einschätze – als einen ehrenhaften Mann und mutigen  Kämpfer, wirst Du sie nicht allein gehen lassen wollen. Schon gar nicht  mit uns.<br />
Schatten! Gut, Thorbus hat Dich angegriffen. Und er hat Dich verletzt,  ja. Ich kann nachvollziehen, dass das für Dich ein gewisser Schlag sein  muß, denn Du hältst Dich für annähernd unbesiegbar. Du bist es nicht,  Schatten, und – ich weiß nicht, wie Du diese Sache betrachtest, mein  Freund – ich bin der Ansicht, dass ein Mann, der mir gefährlich werden  kann vielleicht doch besser mein Freund ist denn mein Feind.</strong></p>
<p>Esturiana ergriff das Wort. <strong>Niemand verlangt, dass Ihr einander  gernhabt. Vermutlich trennen sich unsere Wege ohnehin in Hope. Bis dahin  verzichtet bitte auf weitere sinnlose Auseinandersetzungen, die nichts  anderes zum Ergebnis haben als Unmut unter den Reisegefährten. Wir leben  in gefährlichen Zeiten und durchreisen nicht weniger gefährliche  Gegenden. Kämpfe wird es auf unserem Weg, wohin er auch führen mag, noch  mehr als genug geben. Wir sollten sie nicht gegeneinander austragen.</strong> Die Magierin richtete ihren Blick auf den noch immer zweifelnden  Thorbus. <strong>Bitte!</strong> sagte sie sanft. Da ließ die Erstarrung der  Streithähne nach und Thorbus, nachdenklich zwinkert und wohl auch, um  wieder zur Besinnung zu kommen, schenkte Esturiana einen gefühlvollen  Blick. <strong>In…in Ordnung. Um Euretwillen werde ich meinen Zorn auf den  Schatten mäßigen, Esturiana. Aber er soll wissen, dass ich Euch vor ihm  beschützen werde, solange noch Kraft ist in diesen Armen!</strong> Esturiana  lächelte erfreut und nicht minder erleichert, ergriff den muskulösen Arm  des Berserkers und führte ihn vom Ort des Streites fort.</p>
<p>Schatten ließ sich neben Wolçar fallen und durchleuchtete ihn mit seinem  brennenden Blick. <strong>Er verachtet die Magie, Wolçar ut Besço. Und  insbesondere verachtet er mich. Da gibt es etwas in seiner  Vergangenheit…das an ihm nagt, ihn quält. Und er bringt es mit mir in  Verbindung.</strong> Wolçar brach sich ein Stück von dem Laib Brot ab, den  Edea für die Gefährten bereitgestellt hatte. <strong>Und? Hattest Du etwas  mit damit zutun?</strong> Die heftigen Bewegungen unter der Kapuze ließen  annehmen, dass Schatten den Kopf schüttelte. <strong>Ich habe ihn niemals  zuvor gesehen. Er muß mich mit jemandem verwechseln.</strong> Wolçar hob,  weiter an seinem Brot nagend, die Augenbrauen. <strong>Vermutlich. Zumal Du  so eine Allerweltserscheinung bist. Die Straßen WIMMELN von Leuten, die  Dir bis aufs Haar ähneln.</strong> Wolçar war überrascht, als der verwandelte  Wandler ihm sanft die Schulter knuffte. <strong>Sehr lustig, Wolçar ut  Besço. Selbst Dir wird doch aufgefallen sein, dass die Entseelten und  die Torwächter einer Kreatur wie mir nicht wenig ähneln.</strong> – <strong>Du  WEISST, dass es mir aufgefallen ist.</strong></p>
<p>Schatten nickte. <strong>Allerdings. Möglicherweise ist Thorbus schon einmal  auf den Pfaden der Toten gewandelt. Sowas verändert einen Menschen. Und  nicht nur die Menschen.</strong> Ein langer, unförmiger Arm wanderte unter  die lebendige Kapuze des Schattenwesens und bewegte sich dort  rhythmisch. Offenbar kratzte der Wandler sich am Kinn. <strong>Ich habe noch  nie von jemandem gehört, der den Korridor der Toten bewusst erlebt hat.  Es heißt, nur die GMs seien dazu in der Lage, ihn willkürlich  aufzusuchen. Und ich natürlich. Sehr interessant.</strong> Wolçar stellte das  Kauen ein und sah Schatten erstaunt an. <strong>Denkst Du, Thorbus ist ein  GM?</strong> Schatten schüttelte (vermutlich) wieder den Kopf. <strong>Nein, wohl  kaum. Aber vielleicht WAR er mal einer? In einem vorherigen Zyklus.</strong> &#8211;  <strong>Also quasi in einem anderen Leben?</strong> – <strong>Nein, hier gibt es kein  Leben, wie wir beide mitansehen mussten. Es gibt nur das POTENTIAL  dafür. Die Personen durchleben Zyklen, die sich regelmäßig wiederholen.  Vielleicht gab es vor langer Zeit einen GM Thorbus, dessen Seelenessenz  sich in dem Berserker Thorbus niedergeschlagen hat, der uns nun  begleitet. Es ist gut, dass er uns begegnet ist, Wolçar ut Besço. Es mag  schmerzhaft werden für ihn, aber wir sollten versuchen, ihn mit seiner  Vergangenheit zu konfrontieren. Vielleicht findet er sich dadurch selbst  und kann die Suche nach dem Mörder seiner Frau gezielter angehen?</strong></p>
<p>Wolçar hatte wieder zu kauen begonnen. <strong>Und Du schlägst mir das  bestimmt nicht vor, weil Du ihn nicht leiden kannst?</strong> Ein Laut  heiterer Empörung entfuhr der zischenden Kehle von Wolçars Gefährten <strong>Hm!  Meine Kämpfe trage ich selbst aus, Wolçar, keine Sorge. Nein, umsonst  wird man nicht zum Berserker. Der Geist des Zorns stellt eine  interessante Theorie dar und in UNSERER Welt existiert er fraglos. Aber  hier gibt es nichts, das nicht geplant und vorberechnet ist, Wolçar.  Wenn dieser Mann ein Berserker ist, so liegt der Grund dafür in einem  Faktor AUSSERHALB dieser Welt. Und den gilt es, zu erforschen.</strong> – <strong>Nun,  ich habe gelernt, Deinem Urteil zu vertrauen, mein Freund. Und  angesichts der Tatsache, dass Du mich beim Vornamen anredest, scheint  Dir wirklich an dem zu liegen, was Du sagst. In Ordnung, wir werden  Thorbus bei Gelegenheit um seine Geschichte bitten. Ohnehin hätte ich  das getan – sobald er dazu bereit gewesen wäre.</strong></p>
<p><strong>Es besteht kein Grund zur Eile, Wolçar. Unsere gemeinsame Reise hat  gerade erst begonnen. Die Gelegenheit, die Du suchst, wird sich noch  finden.</p>
<p>Apropos: Es scheint, als seien unsere kleinen Scharmützel im Korridor  nicht unbemerkt geblieben. Du erinnerst Dich, dass ein Fragment meinea  Selbst in jeder Dimension zurückbleiben muß, die ich besuche? Nun, der  Teil von mir, der im Korridor zurückblieb, hat vorgestern offenbar zwei  GMs beobachet, die die Überreste unserer Opponenten untersuchten. Leider  konnte es nicht verstehen, was sie gesprochen haben…doch zumindest  einer von ihnen scheint ein sehr ungewöhnlicher Scherge des SYSTEM zu  sein, denn er infiziert sich selbst mit KI. Ich kann mir nicht  vorstellen, was er damit bezweckt…aber seine Kräfte sind beachtlich. Ein  angemessener Gegner für mich. Beziehungsweise für uns zwei, Erzhüter.  Wir sollten auf der Hut sein, wenn wir ein erneutes Fiasko wie mit Ylse  vermeiden wollen.</strong></p>
<p><strong>Wann wirst Du mir erzählen, woher Du all Dein Wissen hast, woher Du  die KI-Hexe kennst, wie Du in Kontakt mit den Freien gekommen bist,  woher Deine Verletzungen kommen, was die Kreatur in Deinem Innern zu  suchen hat und wieso Du die Freien und Begnadeten suchst und beschützt?</strong> Wolçar fragte direkt und ohne den Freund zu etwas zu drängen. Der  seufzte sein kehliges Seufzen. <strong>Die Geschichte ist lang…und sie ist  nicht sehr amüsant, Wolçar ut Besço.</strong> Wolçar riß sich ein weiteres  Stück Brot ab und kaute daran. <strong>Wir haben die ganze Nacht Zeit. Oder  hast Du heute noch etwas anderes vor?</strong> – <strong>Außerdem ist die  Geschichte sehr schmerzhaft für mich.</strong> – <strong>Kivos kennt sie zum Teil.</strong> – <strong>Er hat erfahren, was ich ihm mitteilen musste, nicht mehr.</strong> – <strong>Und  ich muß sie nicht erfahren?</strong> Der verwandelte Wandler seufzte. <strong>Ich  werde Dir von mir erzählen, Wolçar. Heute Nacht, wenn die anderen  schlafen. Sie…müssen es nicht erfahren. Nun, Sheila mag’s hören; sie  verdient eine Erklärung, denn sie war dabei im Lager der Schattenelfen.</strong> Wolçar schmunzelte. <strong>Außerdem wird Kivos ihr früher oder später  ohnehin erzählen, was er weiß.</strong></p>
<p>Damit stand Wolçar auf, um Sheila und Kivos zu suchen und sie über ihr  nächtliches Vorhaben zu informieren. Schatten griff mit unruhiger Hand  nach dem bereitliegenden Brot und brach sich ein Stück ab. In  Resignation starrte er es an, biß fest hinein, nur, um den Bissen  umgehend wieder auszuspucken. Den Rest ließ er achtlos auf den Waldboden  fallen. Dann sprang er von der Holzbank und schlich in die Finsternis  des Waldes <em>Ich muß seine Ruhe und seinen Frieden suchen, wenn ich  diese Sache durchstehen soll. Diszipliniere Deinen Geist und verleugne  Dein Herz, Raven, denn heute Nacht wirst Du beide im Griff haben müssen!</em> Und der Schatten, der einmal der Erzmagier der Kurzmäntel Raven Arclaw  gewesen war, flüchtete vor seinen Erinnerungen in den Wald.</p>
<p>Unterm Tisch griff Bücherwurm, dessen Erstarrung sich nunmehr auch  gelöst hatte, nach dem von Schatten fallengelassenen Stück Brot und  schnupperte versuchsweise daran. Schließlich warf er es fort und kroch  unter dem Holztisch hervor. Genüßlich nahm er dort Platz, wo Schatten  gesessen hatte, schlug erneut sein Buch auf und griff hungrig nach Brot  und Käse. Dies war einer jener seltenen Momente, in dem die zwei Seelen,  die nunmehr in der Brust des einstmals berühmtesten Gelehrten der  Gnomen schlugen, absolut im Einklang waren. <strong>Nun, das war ja ein recht  interessanter Abend.</strong></div>
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	</item>
		<item>
		<title>Kapitel 1: Harmonisierende Wirklichkeiten</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 00:56:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>listior</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitel 1]]></category>
		<category><![CDATA[Schatten]]></category>

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		<description><![CDATA[Harmonisierende Wirklichkeiten © Schatten GM Merlin schwebte einige Meter über den Köpfen der tobenden und geifernden Bleichen in der Luft und betrachtete fasziniert seine Hand. Gelegentlich ballte er sie zur Faust und versetzte der Luft einen Schlag. Ein Stück weit unter ihm am Boden manifestierte sich ein kreisförmiges Glühen und GM Äl-Rond erschien. Der wiederauferstandene [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=reliquieneinervision.wordpress.com&amp;blog=12518215&amp;post=75&amp;subd=reliquieneinervision&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="text-decoration:underline;">Harmonisierende Wirklichkeiten</span></p>
<div><span style="color:orange;"><span style="font-size:medium;">© Schatten</span></span></div>
<p>GM  Merlin schwebte einige Meter über den Köpfen der tobenden und  geifernden Bleichen in der Luft und betrachtete fasziniert seine Hand.  Gelegentlich ballte er sie zur Faust und versetzte der Luft einen  Schlag. Ein Stück weit unter ihm am Boden manifestierte sich ein  kreisförmiges Glühen und GM Äl-Rond erschien.</p>
<p>Der wiederauferstandene GM markierte um seine Position einen Bannkreis,  der die kreischenden Horden der Entseelten davon abhielt, sich ihm zu  nähern. Äl-Rond schauderte ob des Anblicks der Kreaturen um sie herum.  Sie waren schon häufiger hier im Korridor der Seelen gewesen, denn einem  GM unter direktem Befehl des DM bliebt nichts vorenthalten in diesem  Spiel. Im Regelfall waren die Bleichen sonst einfach stumm ihres Weges  gegangen, ohne jegliche Regung, ohne erkennbares Interesse an dem, was  um sie herum vorging. Heute jedoch&#8230; heute enthielten die toten Augen  der Entseelten Wahnsinn. Wahnsinn und Gier.</p>
<p>„Zum Teufel, warum hast Du mir nicht geholfen? Elender Mistkerl! Klebst  da oben an der Decke und hältst Maulaffen feil! Hat es Dir Spaß gemacht  mir beim Sterben zuzusehen? Ich erinnere Dich höflichst an die Statuten  des Ordens der GMs: &#8216;Ist einer von uns in Schwierigkeiten, so haben die  anderen die unweigerliche Pflicht, ihm aus der Klemme zu helfen.&#8217; AUS  DER KLEMME ZU HELFEN! Nicht an der Decke zu hocken und sich ins  Fäustchen zu lachen, verdammt!“</p>
<p>GM Merlin streckte seinen Arm nach vorne und spreizte langsam und  genussvoll die Finger. Dann ballte er sie wieder zur Faust und riss den  Arm zurück. Diese Tätigkeit wiederholte er mehrmals. „Jetzt komm mal  wieder runter, Kollege Äl-Rond!“ raunte er sanft. &#8220;Es war doch klar, daß  Du früher oder später respawnen würdest. Dieses Spiel funktioniert  nuneinmal so. Und als GM brauchst Du dazu noch nichteinmal einen  Bindepunkt. Im übrigen: Erzähl mir bitte nicht, Du hättest irgendwelche  Schmerzen verspürt. Dazu bist DU garnicht fähig.&#8221; Dann blickte er von  seiner Hand auf und sah dem anderen GM ins Gesicht „Warum zur Hölle  nennst Du Dich Äl-Rond?“</p>
<p>GM Äl-Rond schien zu erröten „Nun, ich MAG Elrond. Und den Herrn der  Ringe! Ist das ein Problem?“ giftete er zurück. GM Merlin senkte sich  auf Bodenniveau herab. Die sie noch immer umlagernden Bleichen wichen  wie von Geisterhand zurück, als seine Füße den Boden berührten. „Wegen  dieses Films, oder? Dir ist schon bewusst, dass der mit den Büchern  ziemlich oft überkreuz geht?“ Äl-Rond zog die Brauen zusammen und  schenkte seinem Kollegen einen trotzigen Blick. Merlin seufzte und ging  auf die Stelle zu, wo vor einer Weile noch der Flecken Lebensenergie  geklebt hatte. Die wenigen Überbleibsel des Torwächters, den Wolcar mit  der Heilmagie bezwungen hatte, lagen zerstreut auf dem Boden. Um sie  herum und durch sie hindurch schlich eine ätherische Schlange aus  KI-Energie, die sich ihrerseits langsam aufzulösen schien.</p>
<p>Furchtsam, so schien es, wich sie vor der schützenden Aura des  GameMasters zurück, verkroch sich tief in den Überresten des Wesens, das  sie einmal beherrscht hatte. <em>&lt;&lt;Reine KI&#8230;&gt;&gt;</em> dachte  der GM, streckte die Hand nach ihr aus, lockte sie mit einigen  ungeladenen Bits, die er aus seiner Hand freisetzte, woraufhin sie daran  zu schnuppern und sie zu kosten schien. Noch während die  Energieschlange schnupperte, griff der GM zu, hielt die zappelnde  Schlange in seiner Hand und zeigte sie triumphierend seinem Kollegen.  Äl-Rond seufzte und schüttelte seinen Kopf. „Ich wünschte, du würdest  das nicht tun, Merlin! Sag was du willst aber was Du da machst ist  krank.“ Merlin grinste den anderen GM an, schenkte der Schlange noch  einen letzten Blick, steckte sie in seinen Mund und verschlang sie  schließlich.</p>
<p>„Ich sorge nur für Ordnung, mein Freund. Außerdem mag der Chef es gar  nicht, wenn sinnlos KI herumkriecht in den Dungeons. Sie könnte sich  verselbständigen und jemanden in Besitz nehmen, den wir NICHT unter  Kontrolle haben. Das möchte doch niemand von uns, oder? Außerdem können  so keine neuen Wächter entstehen, wenn ich die KI vorher abgreife, denk  doch mal nach! Je weniger Wächter hier, desto eher haben wir auch diesen  Bereich unter Kontrolle – alles ganz im Sinne des DM.“ GM Äl-Rond  nickte stumm. Dann wies er mittels eines kurzen Nickens seines Kopfes  auf die Überreste des Torwächters, die sich nun endgültig aufzulösen  begannen. „Mag sein, dass DAS dort ein Ergebnis herumstreunender KI ist.  Vielleicht ist einer unserer Verbündeten aus dem Spiel zu mächtig  geworden?“ Merlin schüttelte den Kopf „Nein, das glaube ich nicht.  Sämtliche KI-Kreaturen stehen unter unserer Kontrolle, auch, wenn sie  selbst sich dessen nicht immer bewusst sein mögen. Im Regelfall sind die  viel zu glücklich, dass sie dafür ihrerseits ihren Mit-Mob  kontrollieren. Ein paar sind in der letzten Zeit sicher ein wenig ZU  einflussreich geworden aber sie bleiben Wesen des Spiels und können ihm  nicht entkommen. Außerdem haben sie nicht die Macht, diesen Ort zu  erreichen. Nein, hinter dieser Sache steckt etwas anderes. Unter uns:  Der DM befürchtet, dass JEMAND dahintersteckt! Stell Dir das mal vor!“</p>
<p>Äl-Rond glotzte Merlin ungläubig an: „Was? Einer von UNS?“ – „Nein.“ –  „Etwa ein Spieler?“ Äl-Ronds Gesichtsausdruck wurde grimmig. Merlin  zuckte die Schultern und genoß das Gefühl „Vielleicht. Er glaubt,  irgendwer hätte die Datenbank gehackt. Ich hingegen&#8230;bin mir nicht  sicher. Vielleicht ist es ein Hack. Aber vielleicht auch etwas anderes.“  GM Äl-Ronds Stirn sah aus wie ein Faltenrock „Du fängst doch nicht  wieder damit an? Es ist nicht MÖGLICH, in ein Spiel einzudringen, Du  Nerd! Das funktionierte nur in TRON. Und das war ein Disneyfilm,  Menschenskind! Mit blauen Linien und fiesen Programmen. Wir sind ein  NETTES Spiel. Wir befinden uns in der Wirklichkeit, verdammt!“</p>
<p>GM Merlin setzte ein sarkastisches Grinsen auf und hub zu einer  Erwiderung an, als die zwei GMS eine Nachricht erhielten.</p>
<div>
<div>Zitat:</div>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="6" width="100%">
<tbody>
<tr>
<td>
<div>Zitat von <strong>GM Elminster</strong></div>
<div>
&lt;Nachricht an GM Merlin&gt;<br />
_________________________<br />
&lt;Nachricht an GM Äl-Rond&gt;<br />
_________________________<br />
<span style="font-family:Courier;">Jungs! Kommt zu mir rüber, die Koordinanten kennt  ihr ja. Hier am Schnittpunkt ist ein weiterer Torwächter vernichtet  worden. Und haltet Euch die verdammten Untoten vom Leibe – die scheinen  es momentan auf uns abgesehen zu haben!</span></div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<p>„Noch ein Wächter!“ Äl-Rond  war vollkommen verstört „Was geht  hier nur vor, um Himmels Willen?“ Merlin klopfte dem Kollegen auf die  Schulter. Äl-Rond bemerkte davon natürlich nichts, doch für Merlin war  es wie eine Offenbarung. „Keine Sorge.“ tröstete er den anderen GM „Ein  Virus, ein Programmfehler, ein Hacker&#8230;wir werden schon damit fertig.  Das sind wir noch immer.“ Äl-Rond seufzte. „Ich hoffe Du hast Recht.  Weißt Du, wenn ich geahnt hätte, dass uns SOWAS passieren könnte, ich  wäre nie freiwillig ein GM geworden.“</p>
<p>Merlin zuckte erneut mit den Schultern. „Übrigens: Der Bursche  heißt  Elrond.“ – „Wie bitte?“- „Elrond. Der Elbenfürst von Bruchtal, aus dem  Herrn der Ringe. Sein Name lautet Elrond, nicht Äl-Rond. Äl-Rond klingt  nach einem unterbelichteten Verbündeten vom Großwesir Isnogud. Du weißt  schon ‚Ich will Kalif sein anstelle des Kalifen!’ Der Bursche heißt  Elrond.“<br />
Äl-Rond nahm Merlin ins Visier wie eine zuschlagende Schlange: „Ich  WEISS, dass er Äl-Rond heißt, Du elender Nerd! Ich darf den Namen aber  nicht verwenden – <em>Naming Policy</em>: ‚Figuren, Inhalte und Namen aus  urhebergeschützten Medien dürfen ohne Erlaubnis des Lizenzinhabers nicht  verwendet werden.’ Du kennst die Vorschriften besser als ich, Mensch!  Hast Glück, daß auf ‚Merlin’ niemand ein Anrecht erheben kann&#8230;“</p>
<p>Merlin warf seinem Kollegen einen mißbilligenden Seitenblick zu. „DU  bist WIRKLICH ein alter Korinthenkacker, oder? ‚Äl-Rond’! Man fasst es  nicht. Nun, mag sein, dass Du deswegen so ein guter GM bist. Jedenfalls,  was die Aufrechterhaltung der EULA und der Netiquette angeht. Hast Du  eigentlich auch mal richtig GESPIELT oder warst Du immer bloß ein  Tugendwächter?“ Äl-Rond funkelte Merlin bösartig an. „Und wenn DU Dich  so gegen die Regeln und Vorschriften sträubst, wieso bist Du dann ein  GM? Wie kommt es, dass Du jede Regel in- und auswendig kennst, dass Du  auf Deinem Konto die meisten Accountlöschungen vorzuweisen hast, dass  sämtliche legendären Spam-Threads von DIR geschlossen, gelöscht oder  reguliert wurden? Spielst Du jetzt den Rebellen, großer  Vorzeigeoperator, oh Liebling der Admins und des DM? Komm mir nicht auf  die Tour und wirf mir hier faschistoides Verhalten vor. Ich mache nur  meinen Job. Und bestimmt nicht schlechter als Du. Außerdem bin ICH kein  hoffnungsloser Computernerd, da hast Du’s.“</p>
<p>Merlin rollte mit den Augen, schüttelte ansatzweise den Kopf und drehte  sich dann freundlich lächelnd zu seinem Kollegen um. „Du hast recht,  Äl-Rond, entschuldige. Ich vermute, die Geschehnisse hier haben mich ein  wenig aus dem Konzept gebracht. Wir dürfen uns nicht entzweien lassen,  mein Freund, denn der Hacker, der hinter alledem steckt, will bestimmt  genau das erreichen. Wir müssen zusammenstehen und ihm gemeinsam die  Stirn bieten, damit wir diese Krise abwenden können. Los, machen wir uns  auf den Weg zu Elminster. Gemeinsam bekommen wir das Problem bestimmt  in den Griff, Kumpel.Na los! Elminster wartet.“ &#8211; „Okay.“ GM Äl-Rond  nickte betrübt. „Da haben wir uns etwas aufgeladen, hä?“ Der  urherberrechtsgläubige Möchtegernelb schenkte seinem Kollegen einen  aufrechten Daumen und teleportierte sich dann zu Elminster, um das  zweite Opfer des vermeintlichen Hackers in Augenschein zu nehmen.</p>
<p>Merlin ließ sich noch etwas Zeit, während er, zynisch lächelnd, die  Entseelten betrachtete, wie sie an dem unsichtbaren Schild seiner Aura  herumkratzten. Dann blinzelte er kurz und etwas schleuderte die  Entseelten zu Boden. Als sie wieder aufstanden begaben sie sich umgehend  wieder in Reih und Glied und begannen ihren endlosen Marsch in Richtung  Vergessenheit von Neuem, so als wäre nichts gewesen. <em>&lt;&lt;Ein  Nerd? Jenseits der Realität? Wir schaffen uns unsere eigene Realität, Du  elender Dummkopf. Sei froh, dass Du in meiner noch einen Platz haben  darfst – zur Zeit. In DEINER Wirklichkeit magst Du auf der Siegerseite  sein aber in MEINER Wirklichkeit&#8230;da hast Du schon lange verloren. Und  wenn Du nicht so ein minderwertiges, strunzdummes Häuflein  intellektuellen Elends wärst, hättest Du das womöglich inzwischen sogar  begriffen. Zum Glück bist Du um ein vieles zu stur, um zu erkennen, was  direkt vor Deiner Nase eigentlich vor sich geht, mein armer Freund. Aber  das macht Dich zu einem wahren Segen für mich. Solange Du mein Partner  bist, werde ich sicher sein vor wachsameren Augen. Und schärferen  Geistern. &gt;&gt;</em></p>
<p>Er war unvorsichtig geworden. Die Macht, die er inzwischen gesammelt  hatte und die ihn mehr und mehr band an diese virtuelle Realität, die  mit seiner Realität nur noch durch Klumpen unbelehrbaren Fleisches vor  einem Schreibtisch verbunden war, hatte ihn die Präsenz dieser anderen  Wirklichkeit in der seinen vergessen lassen. Zuviel Macht war  gefährlich, wie er ganz genau wußte. Sie nahm einem den Blick für das  wesentliche. Macht war definitiv nicht das, was GM Merlin anstrebte.  Aber leider benötigte er weclhe. Er durfte nicht vergessen, dass das  Spiel, aus dem seine Realität hervorgehen würde, noch immer von der  anderen Realität dominiert wurde. Noch konnten sie ihn von seinem Traum  abschneiden, noch konnten sie ihn darum bringen. Aber irgendwann würden  sie es nicht mehr können. So lange hieß es, auszuharren.</p>
<p>Mit väterlichem Stolz und auch einer Spur Mitleid betrachtete GM Merlin  noch einen Moment den Strom der Entseelten, der nun wieder ganz  ungerührt seiner Bestimmung entgegenging. <em>&lt;&lt;Bauern, die  geopfert werden müssen. Aber nicht sinnlos, das verspreche ich  Euch!&gt;&gt;</em>Dann schließlich schloß er sich seinem Kollegen an und  teleportierte sich zu Elminster. Und voraussichtlich einem weiteren  Stück reiner KI-Energie.</p>
<p>Doch EIN scharfer Geist existierte, dem nicht entgangen war, was soeben  im Korridor der Seelen vorgefallen war. Schattens Fragment löste sich  von dem Ort, wo kürzlich noch ein Flecken Lebenskraft an der Wand  geklebt hatte und trieb weiter durch die traurige Masse der totäugigen  Entseelten voran auf der Suche nach weiteren Indizien. Von dem ZWEITEN,  viel größeren, viel gefährlicheren Geist, der auch ES beobachtet hatte,  ahnte jedoch selbst das Fragment nichts.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Kapitel 1: Wiedervereint?</title>
		<link>http://reliquieneinervision.wordpress.com/2010/03/10/kapitel-1-wiedervereint/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 00:55:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>listior</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitel 1]]></category>
		<category><![CDATA[Sheila]]></category>

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		<description><![CDATA[Wiedervereint? © Sheila Behende sprang die Kreatur Schatten von der Schulter des Barbaren, der sie getragen hatte. Thorbus drehte sich pfeilschnell um, die Axt in der Hand. Doch ein mahnender Blick Esturianas ließ den Berserker seine Waffe wieder senken. Schattens Stimme klang wie ein Todesröcheln DU hast mich angeriffen? Du konntest mich derart verletzen, dass [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=reliquieneinervision.wordpress.com&amp;blog=12518215&amp;post=73&amp;subd=reliquieneinervision&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="post_message_6293948"><span style="text-decoration:underline;">Wiedervereint?</span></p>
<div><span style="color:orange;"><span style="font-size:medium;">© Sheila</span></span></div>
<p>Behende  sprang die Kreatur Schatten von der Schulter des Barbaren, der sie  getragen hatte. Thorbus drehte sich pfeilschnell um, die Axt in der  Hand. Doch ein mahnender Blick Esturianas ließ den Berserker seine Waffe  wieder senken. Schattens Stimme klang wie ein Todesröcheln <strong>DU hast  mich angeriffen? Du konntest mich derart verletzen, dass ich fast mein  Leben ausgehaucht hätte?</strong> Er musterte den Berserker, die  schemenhaften Arme in die Hüften gestützt. <strong>Du musst über gewaltige  Magie verfügen, wenn Du zu derlei in der Lage bist, Berserker Thorbus.</strong> Thorbus erstarrte und der Griff um seine Axt wurde wieder fester. Woher  kannte diese abscheuliche Kreatur seinen Namen? Schatten ließ  unvermittelt einmal mehr sein rhythmisches, kehliges Rauschen ertönen,  von dem Wolçar richtig annahm, dass es das Lachen der Kreatur sein  musste. Dann grabschten seine goldgelben Augen nach dem Blick des  Berserkers, der diesen fest erwiderte.</p>
<p><strong>Wie dem auch sei, Berserker Thorbus. Ich versichere Dir: Nocheinmal  wird Dir so eine Attacke nicht gelingen! Aber versuch es ruhig immer  wieder, wenn Du magst.</strong> Dann wandte sich Schatten an Esturiana, den  Barbaren nicht länger beachtend. <strong>Und Du…bist die Magierin, die dieser  Gruppe seit dem Wirtshaus gefolgt ist, nicht wahr? Da ist eine große  Kraft in Dir, kein Zweifel. Und neben der Magie besitzt Du noch andere  Talente, wie man hört.</strong> Esturiana hob zu einer scharfen Erwiderung  an, doch Schatten kam ihr zuvor, wie es seine Gewohnheit war <strong>Ich  hatte dabei nichts unflätiges im Sinne, Magierin Esturiana. Ich lese nur  sehr deutlich, dass Du ein Leben VOR der Magie geführt has. Du hast  einiges gesehen und einiges erlebt. Doch diese Erfahrungen haben die  Flamme der Freiheit, die in Deinem Inneren lodert, verstärkt und  gefüttert. Es ist gut, dass Ihr beide Sheila gefunden habt; ansonsten  hätte ich Euch suchen müssen. Und ich bin ein beschäftigter Mann, müsst  ihr wissen.</strong></p>
<p>Mit diesen Worten schlurfte Schatten an Esturiana und Thorbus vorbei und  schloß zu Sheila und Kivos auf. Sheila war überrascht, als Kivos sich  ehrfürchtig auf die Knie warf <strong>Guardian!</strong> raunte der Leutnant der  Schattenelfen und frühere Dieb ehrfurchtsvoll und senkte seinen Blick.  Dann hob er ihn wieder und grinste Schatten schelmisch an <strong>Es tut gut,  Dich wiederzusehen! Bist Du in Ordnung? Als dieser unbedachte Narr mit  diesen merkwürdigen Kugeln auf Dich eindrang und sie Dich sogar  verletzten habe ich mir doch tatsächlich Sorgen gemacht.</strong> Ernster  fügte er hinzu <strong>Die Freien und Begnadeten können es sich nicht  leisten, Dich zu verlieren.</strong> – <strong>Es gibt nicht mehr viele von ihnen,  Leutnant Kivos.</strong> Kivos wehrte energisch ab <strong>Ich bin kein Leutnant  mehr, Guardian. Nun, da Ylse weiß, dass ich SYSTEM nicht loyal bin, kann  ich nicht länger für die Freien spionieren. Und im Grunde bin ich froh  darüber, denn dieser Miltär-Schnickschnack ist nichts für mich. Ich bin  der Ansicht, dass so was der natürlichen Lebensart der Schattenelfen  widerspricht.</strong></p>
<p>Schatten schien unter seiner Kapuze zu schmunzeln <strong>Vermutlich hast Du  damit nicht Unrecht, Kivos ar’Vayn. Doch im Laufe der Jahre ist von den  Überlieferungen, wie die Natur Deines Volkes einmal aussah, leider nicht  allzu viel übriggeblieben. Nur Eure alberne Feindschaft mit den  Lichtelfen, die hab Ihr Euch erhalten.</strong> Kivos kratzte sich am  Hinterkopf. Er hatte sich wieder erhoben und starrte auf seine Füße <strong>Nun,  dieser uralte, sinnlose Konflikt hat mich bekanntermaßen nie sonderlich  interessiert. Letztendlich war es ja auch wohl das, was mich dann in  Schwierigkeiten gebracht hat, hm?</strong> Schatten schmunzelte wieder <strong>Hm!  Ich persönlich vermute eher, dass Dich vor allem Deine flinke Zunge und  Deine noch flinkeren Finger in Schwierigkeiten gebracht haben. Du warst  ein gemeiner Dieb, Kivos ar’Vayn – und Du bist es noch immer. Aber  dafür ist die Flamme der Freiheit in Dir außergewöhnlich stark und mehr  zählt nicht in diesen Tagen, denke ich.</strong></p>
<p>Sheila hatte bisher geschwiegen, doch nun musterte sie den  Schattenelfen, der sich ihnen angeschlossen halte, mit neuem Interesse. <em>Ein  Spion, wie? Ich vermute doch mal ganz stark, dann kann er uns auch zu  den Drahtziehern bei den Freien und Begnadeten führen. Großartig! Dann  erhalten wir endlich eine Antwort!</em> – <strong>Die Freien und die  Begnadeten wissen nicht viel darüber, was auf Exturion vor sich geht,  Sheila Amberly Lawrence. Sie versuchen allerdings sehr engagiert ihre  Gabe, das Geschenk des freien Willens, welches sie erhalten haben,  weiterzugeben und die Helden Exturions dazu anzuhalten, sich ihnen  anzuschließen. Leider haben sie damit jedoch nur mäßigen Erfolg.</strong> Sheila wandte sich an Kivos <strong>Ging es darum in der Diskussion, die Du  im Lager der KI-Hexe mit den beiden anderen geführt hast? Du hast in der  Armee der Hexe spioniert und nebenbei versucht, die anderen mit der  Gabe der Selbsterkenntnis zu segnen?</strong></p>
<p>Sie hatte beabsichtigt, ihren Worten einen spöttischen Tonfall zu  verleihen, jedoch war sie von dem edlen Vorhaben Kivos definitiv  beeindruckt. <strong>Ja. Der Mann, mit dem ich redete…ich hatte ihn fast  soweit, dass er sich auf unsere Seite schlug. Er ist ein bedeutender  Mann in ihrem Heer und hat einigen Einfluß. Aber sein Zorn beherrscht  ihn, wenn es nicht das KI tut, fürchte ich.</strong> – <strong>Und der andere?</strong> – <strong>Der Schlichter? Ein hoffnungsloser Fall. In seinem Innern ist nur  noch wenig von seiner früheren Persönlichkeit übrig. Je häufiger sie die  Macht über uns übernehmen, desto mehr unserer Eigenständigkeit  verlieren wir – sofern wir nicht die Gabe besitzen.</strong> Einen Moment  lang übernahm Trübsinn die sonst schelmisch dreinblickenden Augen des  Diebes und für einige Sekunden ähnelte er wieder dem Offizier der Armee  der Schattenelfen, den Schatten und Sheila bei ihrer Suche nach Lulu aus  dem Lager der KI-Hexe gerettet hatten, nachdem er von ihr tödlich  verwundet worden war.</p>
<p><strong>Es ist ein Jammer, Guardian, ja wirklich. Es sind gute Männer in  diesem Heer. Und phantastische Frauen! Ich befürchte, mein scheinbarer  Tod bzw. meine übereilte Flucht haben den meisten von ihnen den Rest  Hoffnung auf Befreiung von ihrem sklavischen Los genommen. Ich weiß  nicht…vielleicht wäre es besser gewesen, ihr hättet mich dort gelassen,  Guardien.</strong> Schatten schüttelte unter seiner Kapuze energisch den  Kopf. <strong>Wenn wir Dich dort gelassen hätten, dann wärst Du jetzt tot,  Kivos ar’Vayn.</strong> Kivos blickte von Schatten zu Sheila, dann resigniert  zu Boden. <strong>Vielleicht. Aber wer weiß, wie viele der anderen ich noch  hätte retten können, Guardian? Vielleicht hätte sie mich sterben lassen.  Aber sie spielt zu gerne mit mir. Irgendwann hätte sie mich  zurückgeholt, wenn auch nur, um sich an meiner Verzweifelung zu weiden.  Und dann hätte ich mit meiner Arbeit fortfahren können. Den einen oder  anderen hätte ich noch überzeugt, ganz bestimmt!</strong></p>
<p><em>Ja. Er KÖNNTE Heere anführen. Man sieht es ihm nicht oft an, aber  irgendwo in diesem übermütigen Schurken steckt ein weiser, sensibler  Anführer, dem man in den Tod folgen würde. Erstaunlich, wenn man  bedenkt, dass er nur ein schäbiger Dieb aus einem lichtscheuen Volk ist.</em> Sheila betrachtete die hochgewachsene Gestalt vor sich, die leise mit  Schatten redete. Das halblange ebenholzfarbene Haar des Schattenelfen  fiel locker in seinen Nacken. Hier und dort wies es bereits weiße  Strähnen auf, was für einen Elfen ungewöhnlich war. Noch ungewöhnlicher  für einen Elfen waren die kurzen Bartstoppeln, die das Gesicht des  ehemaligen Leutnants üppig bedeckten. <em>Ich wäre nicht verwundert, wenn  er sie absichtlich so kurz hielte, um verwegen zu wirken. Was für eine  armselige Person macht nur so was?</em> Wie bei den meisten Schattenelfen  besaß Kivos Haut einen matten Braunton, seine Augen waren dunkel.  Vermutlich gab es in seiner Ahnenreihe Lichtelfen, denn unter  Schattenelfen waren eher rote und grau-weiße Augen verbreitet und im  Regelfall besaßen sie nicht genug Bartwuchs für so üppige Stoppeln.</p>
<p>Bei ihrer letzten kurzen Rast hatte Kivos die Gelegenheit ergriffen,  sich seiner Uniform zu entledigen – endgültig, wie er sagte – und war  kurz darauf in einer goldbraunen Wildledertunika, einer langen schwarzen  Lederweste mit erstaunlich vielen heimlichen und unheimlichen Taschen,  einem einfachen dunkelgrünen Umhang und einer Lederhose zurückgekehrt,  die ebenfalls einen gewissen, nur rotbraunen Stich aufwies. Außerdem  waren Weste von einer sanften Maserung bedeckt, die an die  Häutungsrückstände einer schwarzen Schlange erinnerten <em>Nur, dass sie  Kivos fast schon unanständig gut stehen.</em> dachte Sheila und hasste  sich noch im selben Moment dafür. <strong>Salamander-Lederanzug der Schlange.</strong> hatte Kivos vermeldet, gleichermaßen verwundert wie erfreut darüber,  dass sie ihn so unverwandt angestarrt hatte. <strong>Eine großartige Kluft  und ungemein praktisch: Nicht nur, dass man schwer zu sehen ist, dieser  äußerst seltene Anzug schützt vor allerlei Giften und vor Feuer und ist  somit hervorragendes Ausrüstungsequipment für einen Dieb.</strong> Das war  auch so ein Problem: Kivos platzte nahezu vor Stolz darüber, dass er ein  Dieb war. Anständige Leute (also Leute, von denen Sheila nicht allzu  viel hielt, wie sie sich eingestehen musste) würden damit sicherlich  nicht so herumprotzen.</p>
<p>Aber dann erinnerte sie sich an die Stimme ihrer Hauslehrerin: <strong>Anständige  Leute werden auch keine Bardin!</strong> Alles in allem musste sich Sheila  eingestehen, dass sie den Schattenelfen-Dieb relativ gut leiden konnte.  Und dieses Gefühl schien auf Gegenseitigkeit zu beruhen, was erstaunlich  war, wo sie sich doch erst seit so kurzer Zeit kannten. Allerdings war  Sheila immer jemand gewesen, die schnell Freundschaften schloß und auf  Kivos mochte durchaus das gleiche zutreffen, so wie sie ihn einschätzte.  Auf jeden Fall hatte sie ihm eine Chance gegeben, indem sie ihm ihr  Ersatzflorett überlassen hatte, nachdem er sich unfreundlich darüber  geäußert hatte, wie klobig und steif doch diese Schwerter stets seien.</p>
<p>Plötzlich entsann sich Sheila darauf, dass Schatten die Macht hatte, die  Gedanken seines Gegenüber zu lesen und schüttelte ihre Grübeleien über  Kivos ab. Es würde noch mehr als genug Zeit geben, über den  Schattenelfen nachzudenken. Mit dem Weichen der Gedanken an Kivos  kehrten die Gedanken an Wolçar zurück.<br />
<strong>Er ist in Sicherheit.</strong> unterbrach das Schattenwesen ihre  Gedankengänge. <strong>Es ist uns knapp gelungen, dem Korridor der Toten zu  entkommen und er liegt jetzt im Hause der Heilerin Edea, die eine  Freundin von Bücherwurm ist.</strong> – <strong>Dorthin waren wir ja auch  unterwegs</strong> ließ sich Thorbus von hinten vermelden. Halb vor ihm  schritt Esturiana, die in eine lebhafte Unterhaltung mit Kivos vertieft  war. Zu ihrem Entsetzen spürte Sheila Eifersucht auf die junge Magierin  in sich aufkeimen. Doch sobald Kivos ihrer Aufmerksamkeit für sich  Gewahr wurde beendete er das Gespräch mit dem Mädchen und widmete sich  der Sheila. <strong>Bitte halt mich nicht für undankbar!</strong> bat der Dieb die  Bardin <strong>Ich bin natürlich froh darüber, dass Guardian und Du mich vor  dem sicheren Ende gerettet haben – auch, wenn ich schon viele tausend  male zuvor ein sicheres NICHTende durchleben mußte. Es ist nur so, dass  ich, obwohl ich weder im Kopf noch im Bauch noch im Herzen in  irgendeiner Form ein Soldat bin meine Männer und Frauen nur ungern  zurückgelassen habe.</strong></p>
<p>Sheila nickte verständnisvoll und malte sich eines ihrer hinreißenden  Lächeln auf die Lippen <strong>Ich verstehe schon, was Du meinst. Bestimmt  sind darunter einige, die Dir lieb und teuer sind.</strong> Kivos setzte ein  charmantes Lächeln auf, ergriff die zarte Hand der Bardin und hauchte  einen Kuß auf ihren Handrücken. <strong>Weißt Du, Sheila Lawrence, ich glabe  fast ich habe jemanden gefunden, der mir noch lieber und teurer sein  könnte…</strong> Sheila gestattete sich ein leises Erröten, bevor sie dem  Dieb ihre Hand entriß und ihm einen leichten Klaps auf die gespitzten  Lippen verpasste. In ihren Augen wanderte Ein Lächeln zwischen Spott und  Herzlichkeit hin und her <strong>Der Gentleman-Dieb! Hast Du mit dieser  Masche sonst Erfolg?</strong> Kivos konnte ein eigenes Grinsen nicht mehr  unterdrücken. <strong>Uh…also normalerweise schon. Aber ich bin sicher, dass  mir für Dich auch eine bessere einfällt!</strong> – <strong>Oho! Nun, ich bin  wirklich gespannt, was Du mir da auftischen wirst, Gentleman!</strong> Sie  griff nach seiner Hand und gemeinsam schlossen sie wieder zu Schatten  auf, der in der Ferne schon das Haus der Heilerin Edea erkennen konnte.</p>
<p>Bald waren sie am Hause angelangt. Vor der Tür standen Luna und  Bücherwurm und winkten Sheila und ihren Begleitern zu. Dinera nickte  Sheila verhalten lächelnd einen Gruß entgegen. Black Panther drückte  Sheila fest die Hand und begrüßte auch Esturiana und Thorbus, den er  sofort als Grenzland-Berserker identifizierte. Bücherwurm war ob des  Anblicks von Schatten zusammengezuckt, ließ sich aber nach einer Weile  dazu verleiten, wieder unter der Gartenbank hervorzukommen und seine  Fluchtiraden einzustellen. <strong>Erstaunlich,</strong> stellte er dann leise  genug fest, dass ihn nur Sheila und Kivos hören konnten <strong>Du bist  ausgezogen, eine alte Kameradin zu retten und bringst stattdessen gleich  vier neue mit. Erinnere mich daran, dass ich DICH schicke, wenn ich  einmal meinen Geldbeutel verliere.</strong> Dann schüttelte er allen  freundlich die Hand – nur bei Schatten hielt er sich etwas zurück, was  dieser mit einem zynischen Zucken seiner gewaltigen Schultern abtat –  und nahm wieder auf der Gartenbank Platz, um in einer Chronik über Hope  zu lesen.</p>
<p>Auf ihr Bitten führte Luna sie, Schatten und Kivos in Wolçar  Krankenzimmer, wo der Hüter gerade mit der Heilerin Edea scherzte. Edea  begrüßte die drei Neuankömmlinge fröhlich und ging dann nach draußen, um  Thorbus und Esturiana eine Erfrischung anzubieten, die diese nach  einigem Zögern annahmen. <strong>Ich bin wirklich verdammt hungrig.</strong> lächelte Esturiana den Barbaren schüchtern an <strong>Wie steht’s mit Dir?</strong> Thorbus, noch immer ganz gefangen von ihrem direkten Blick nickte nur,  riß sich dann von der ernüchterten Magierin los und begann mit Black  Tiger und Bücherwurm eine lebhafte Diskussion über die beste Axttaktik.  Dabei warf er immer wieder heimliche Seitenblicke auf Esturiana, die  ihrerseits versuchte, Dinera in ein Gespräch zu verwickeln, es  letztendlich aber ausschließlich mit der verlegenen Luna führte.</p>
<p>Im Innern des Hauses begrüßte Wolçar Sheila überschwenglich <strong>Ich bin  froh, dass es Dir gut geht, Sheila. Ich habe mir wirklich große Sorgen  gemacht – um jeden von Euch. Und Schatten hier hat mich über eure  Abstecher leider nicht sonderlich auf dem Laufenden gehalten. Und auch  sonst bewahrt er das eine oder andere…Geheimnis in seiner Seele.</strong> Schatten, der sich in dem kleinen Zimmer ziemlich zusammenkauern musste,  schnaufte gleichgültig. <strong>Ich habe einen Dämon in meinem Inneren, der  menschliche Seelen frisst und mich dadurch ernähren und heilen kann.  Wolltest du so was in der Art hören?</strong> Kivos sah zwischen den dreien  hin und her, sah sich versucht, seinen alten Freund und Lebensretter zu  verteidigen: <strong>Nun, das ist unbestritten die Wahrheit. Aber er greift  nur ungern und mit größten Hemmungen darauf zurück.</strong> Sheila sah  Schatten interessiert an und wandte sich dann an Kivos <strong>WARUM hat er  einen Dämon in seinem Innern?</strong> Kivos schüttelte den Kopf <strong>Er hat es  mir niemals verraten.</strong> Zwei neugierige Augenpaare richteten sich auf  Schatten, der plötzlich zusammenzusacken schien. Wolçar schüttelte den  Kopf und winkte ab. <strong>Er wird es uns erzählen, wenn die Zeit reif ist.  Jetzt sollten wir aber erstmal zu den anderen gehen. Auch sie werden  wissen wollen, was Lulu zugestoßen ist.</strong></p>
<p>Gemeinsam schritten sie nach draußen, Schatten voran, dann Sheila und  Kivos nebeneinander und zuletzt Wolçar. Der Hüter nahm sich eine Minute  Zeit, um den Blick schweifen zu lassen, die Farben des Sonneunterganges  aufzunehmen und ein paar Mal kräftig durchzuatmen. <em>Es ist fast wie  ein Wunder. Es ist erst ein paar Stunden her, da schwebte ich körperlos  inmitten der endlosen Vergessenheit auf der Suche nach meiner Erlösung  im Tode. Und nun stehe ich hier, atme diese Luft, sehe dieses Licht,  höre die Stimmen meiner Freunde und Gefährten und scheine zu allem  Überfluß auch den Großteil meiner gewohnten Macht wiedergefunden zu  haben.</em> Leise hörte er Schatten neben sich <strong>Deine Reise durch den  Tod war nötig, denke ich, damit Du das Leben auch an einem Ort wie  diesen hier zu finden weißt. Jetzt kannst Du die Schönheit Exturions  erfassen, ihren Wert ermessen und vielleicht hast du deswegen Deine  Macht zurück.</strong> Wolçar nickte ihm zu, legte dann die Hand auf Sheilas  Schulter und musterte der Reihe nach ihre Gefährten, wie sie im Rot des  Sonnenuntergangs saßen und den Frieden genossen. Er seufzte auf <strong>Wie  schön könnte dies alles sein, ohne das widersprüchliche Wissen, das wir  erlangt haben. Und wenn Lulu wieder unter uns wäre.</strong></p>
<p>Sheila senkte betreten den Blick, was Kivos zum Anlaß nahm, sie an sich  zu drücken. Wolçar stellte sich neben sie, Schatten an seiner Seite,  drückte ihre Schulter und versuchte, ihr die Schuldgefühle zu nehmen. <strong>Es  ist nicht Deine Schuld, Sheila. So wie die Dinge liegen, steht Lulu  entweder unter der Kontrolle der Hexe oder sie ist eine Verräterin.  Darüber Gewissheit zu erlangen gehört zu unseren dringendsten Aufgaben  und ich hoffe, die Behüter von Hope können uns etwas dazu sagen. Sag,  weißt Du etwas über diese Behüter, Kivos?</strong> Der ehemalige Leutnant hub  an zu reden, als ein Schatten auf ihn fiel. Celes, die mit Black Tiger  hinter dem Haus ihre Kampffertigkeiten trainiert hatte, lief auf Sheila  und Kivos zu, lächelte die Bardin aus verschwitzten Augen an, drückte  kurz ihre Hand und sah sich dann um. <strong>Wo ist Lulu?</strong> fragte die  junge Jägerin.</div>
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		<title>Kapitel 1: Flucht zurück ins Leben</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 00:54:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>listior</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitel 1]]></category>
		<category><![CDATA[Schatten]]></category>

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		<description><![CDATA[Flucht zurück ins Leben © Schatten Da vorne – das muß es sein! Schatten flüsterte noch leiser als sonst. Sie hatten allen Grund zu befürchten, dass man sie anderenfalls entdecken könnte. Seit die ersten Entseelten im Korridor der Toten Lebensenergie geschmeckt hatten, ging ein beunruhigendes Raunen durch die Massen der in die Vergessenheit schleichenden Seelen-Restessenzen. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=reliquieneinervision.wordpress.com&amp;blog=12518215&amp;post=71&amp;subd=reliquieneinervision&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="text-decoration:underline;">Flucht zurück ins Leben</span></p>
<div><span style="color:orange;"><span style="font-size:medium;">© Schatten</span></span></div>
<p><strong>Da  vorne – das muß es sein!</strong> Schatten flüsterte noch leiser als sonst.  Sie hatten allen Grund zu befürchten, dass man sie anderenfalls  entdecken könnte. Seit die ersten Entseelten im Korridor der Toten  Lebensenergie geschmeckt hatten, ging ein beunruhigendes Raunen durch  die Massen der in die Vergessenheit schleichenden Seelen-Restessenzen.  Auf ihrer wilden Flucht durch den Korridor der Seelen hatten sich nach  und nach immer mehr der Bleichen nach Wolçar und Schatten umgedreht. Ein  gewisses Sehnen war in den ansonsten toten Augen der Entseelten zu  lesen, und Wolçar und sein Gefährte waren sich darüber einig, dass diese  geist- und willenlosen Wesen auf diese Weise inzwischen doch sehr  bedrohlich wirkten.</p>
<p>Auch jetzt, Stunden nach ihrem Gefecht mit dem Patrouillenwächter,  schien es so, als klebe noch immer ein Rest freigesetzter Lebensenergie  an ihnen und auch hier begannen schon erste der Bleichen aus ihrer  Lethargie zu erwachen und prüfend zu schnüffeln. Es hatte keinen Sinn,  Wolçar und Schatten mussten diesen Ort verlassen, so schnell wie  möglich. <strong>KANNST Du den Korridor überhaupt verlassen, Schatten?</strong> fragte Wolçar, während sie vorsichtig auf das verdächtige Schimmern in  der Ferne vor ihnen zuschlichen</p>
<p><strong>Du hast mal gesagt, ein Teil von Dir würde sich immer hier aufhalten.</strong> – <strong>Zur Zeit, Wolçar ut Besço, ist mein Bewusstsein an Deines  geknüpft, was mit unseren gemeinsamen Gefechten auf dieser speziellen  Existenzebene zutun hat. Ich KANN parallel in mehreren Welten existieren  und es ist richtig, der Preis dafür ist, dass ein Teil meines Wesens in  den von mir besuchten Welten zurückbleiben muß. Aber dabei wird es sich  um einen Schatten des Schattens handeln, die kaum wahrnehmbare Nuance  eines freien Bewusstseins, ein Funken in ewiger Dunkelheit. Es ist fast  so, als wenn Du etwas in einen Holztisch ritzt, um der Nachwelt zu  beweisen, dass Du einmal an diesem Tisch gesessen hast. Es wird dasein,  es wird vielleicht dem einen oder anderen auffallen – wobei das in  dieser Ebene sicherlich sehr unwahrscheinlich ist – aber niemand wird es  sonderlich darüber aufregen.</strong></p>
<p>– <strong>Mit Ausnahme des Besitzers des Tisches.</strong></p>
<p>– <strong>Ich glaube nicht, dass der DM sich herbemüht. Seltenst bin ich  einmal einem GM begegnet…im Regelfall waren die aus Neugier hier oder  hatten sich verlaufen. Dies hier ist nur ein weiteres Zahnrad in einer  gewaltigen Apparatur; ein Staubkorn KANN Schaden anrichten. Aber nur,  wenn es entsprechend plaziert wird. Ansonsten bin ich für die Wächter  nur ein weiterer grauer Schatten von vielen.</strong></p>
<p>– <strong>Und was, wenn der zurückbleibende Teil Deines Bewusstseins über den  Strom der Entseelten in die Vergessenheit getrieben wird?</strong> Schatten  ließ seinen Kopf sinken und ein hohles, heiseres, sehr leises Röcheln  entrang sich seiner Kehle. Offenbar seufzte der verwandelte Wandler</p>
<p><strong>Vielleicht…wäre das gar nicht das schlechteste. Du hast gesehen, was  in mir wohnt. Wenn DIESER Teil meines Selbst in die Vergessenheit  gezerrt würde, wäre daran irgendetwas zu bedauern?</strong> Schatten wandte  sich wieder in Richtung des Lichts, in dem sie ein Portal vermuteten,  und stapfte mit hängenden Schultern niedergeschlagen weiter. Wolçar sah  ihm eine Sekunde nach, dann folgte er seinem Gefährten. <strong>Was geschehen  ist…gehört sicher nicht zu den einhundert schönsten Dingen, die ich in  meinem bisherigen Leben mitansehen durfte. Aber nichtsdestotrotz und was  immer es ist: Es hat Dich gerettet. Was ist überhaupt passiert?</strong> Schatten warf einen mißmütigen Blick zurück auf seinen Begleiter <strong>Das  sagte ich doch, Wolçar ut Besço: In der materiellen Welt wurde ich  attackiert, mit einer gefährlichen, magischen Waffe. Irgendein  verrückter Berserker hat es getan. Aber keine Sorge; den anderen geht es  gut. Und dieser Berserker hat sicherlich einen teuflischen Schrecken  bekommen, als ich vorhin von seiner Schulter gesprungen bin. Wie es  scheint, hatte Sheilas Eloquenz ihn dazu verleitet, mich zu tragen!</strong> plötzlich lachte Schatten wieder sein kehliges, rauschendes Lachen.</p>
<p><strong>Ein Ehrenmann, fürwahr. Aber leider nicht so ganz Herr seiner  Entschlüsse.</strong></p>
<p>Wolçar schüttelte den Kopf <strong>Ich wollte nicht wissen, was VORHIN  vorgefallen ist. Mich interessiert, was mit DIR passiert ist, Schatten.  Wie bist Du…so geworden wie Du bist?</strong></p>
<p>Eine ewig anmutende Weile spürte Wolçar den unsichtbaren Blick seines  Freundes auf sich ruhen, während sie sich langsam doch stetig auf das  vermeintliche Portal in die Freiheit zubewegten. Schließlich erklang aus  den tiefsten Tiefen des so lebendig wirkenden Mantels des verwandelten  Wandlers wieder seine zischende, flüsternde Stimme <strong>Ich werde es Dir  eines Tages erzählen, Lord Wolçar, darauf hast Du mein Wort. Doch diese  Geschichte ist lang und traurig und momentan haben wir andere Probleme.</strong></p>
<p>Die schattenhafte Gestalt deutete auf einen glühenden Flecken am  Horizont, vor dem ein grauschwarzer, riesiger Schemen Aufstellung  bezogen hatte. Wolçar segnete die beiden wieder mit seinem  Verhüllungszauber. Unter dessen Tarnung näherten sie sich dem  Torwächter, dabei ihr weiteres Vorgehen beratend.</p>
<p><strong>Heilmagie steht völlig außer Frage?</strong></p>
<p>– <strong>Wir können nicht riskieren, die Bleichen noch unruhiger zu machen.  Sie würden sich an uns festsaugen wie Blutegel, Wolçar ut Besço, und uns  unseres letzten Lebenstropfens berauben.</strong></p>
<p>- <em>So wie Du es mit ihnen gemacht hast!</em> kam es Wolçar in den Sinn,  bevor er sich erinnerte, dass Schatten seine Gedanken empfangen konnte.  Dieser ließ sich jedoch nicht anmerken, dass er des Hüters Bemerkung  vernommen hatte. <strong>Nein, diesmal werden wir es wohl oder übel mit  direkter Konfrontation versuchen müssen. Und wir müssen SCHNELL sein,  denn in der Nähe der Tore patrouillieren gern viele Wächter. Daß wir  bisher so wenigen begegnet sind spricht dafür, dass sich jemand oder  etwas an einem anderen Portal zu schaffen macht. Außerdem scheint unser  kleines Scharmützel mit dem Wächter vorhin und der daraus resultierenden  Pseudo-Belebung der Bleichen auch einiges an Verwirrung verursacht zu  haben. Insofern war es also doch zu etwas nutze.</strong></p>
<p>– Wolçar ignorierte den Spott seines Gefährten <strong>Also ein  Frontalangriff mit voller Kraft und gedrückten Daumen?</strong></p>
<p>– <strong>Nein, darauf brauchen wir uns gar nicht einlassen. Wir müssen  zusammen angreifen, und zwar hinterrücks und effizient.</strong> – <strong>Meine  sonstige Magie hat die Kreatur nur bedingt beeindruckt. Und ich  bezweifle, dass Du trotz Deiner Geschwindigkeit und Flexibilität bei  einer physischen Auseinandersetzung obsiegen könntest, Schatten.  Allgemein scheint mir konventioneller Kampf an diesem Ort relativ  sinnlos zu sein.</strong></p>
<p>Plötzlich sprang Schatten auf den Wächter zu <strong>Lenke Du ihn für einen  Moment ab und halte Dein purpurnes Feuer bereit, sobald ich das Signal  gebe!</strong> Es gab ein Rauschen in der Luft und Schatten war verschwunden.  Die Überraschung hatte Wolçar dazu veranlasst, das Tarnfeld  fallenzulassen und sofort war der Torwächter über ihm.  Geistesgegenwärtig ruderte der Hüter mit dem Arm und schrieb eine  rubinfarbene Spirale in die Luft, die auf den Wächter zuwirbelte und  sich in ihn hinein und um ihn herumdrängte. Ätherischer Schmerz ließ die  riesige Kreatur aufbrüllen und doch schien der Treffer sie nicht so  sehr aus der Fassung gebracht zu haben wie der Hüter gehofft hatte. Das  Wesen schwang einen gewaltigen Arm und sein KI-Energie-gefüllter  Lufthandschuh stürzte auf Wolçar nieder wie ein Dampfhammer.</p>
<p>Der Hüter nutze seine Magie, um dem schweren Hieb auszuweichen und  beschwor eine Quartiärklinge, ein ätherisches Schwert aus der Essenz der  vier Elemente, das auf den Wächter eindrang. Zusätzlich schickte der  Hüter glimmende Bälle brennenden purpurnen Feuers hinterher, die sich  zusätzlich auf den Wächter stürzten. Doch KI-Energie sammelte sich in  seinem Arm, bildete einen Schild und wehrte die Feuerbälle ab. Die  Elementarklinge bohrte sich in den Schild hinein und ließ das Wesen für  einen Moment erbeben, doch schwer getroffen war es dadurch noch immer  nicht. Wolçar warf daraufhin schwitzend seine Hand in die Luft, riß den  Arm wieder hinunter, formte eine Faust vor seiner Brust und sprach ein  Wort, woraufhin ein gewaltiger grellweißer Blitz aus der Tunneldecke  stob und den Wächter direkt dorthin traf, wo beim Menschen das Herz  gesessen hätte.</p>
<p>Diesmal hatte Wolçar offenbar einen gewissen Eindruck hinterlassen denn  das Wesen hielt sich mit der behandschuhten Rechten die Brust während  seine Linke mittels der lavaartigen KI-Energie, die es beseelte, ein  gewaltiges Beil formte und es auf den Hüter niedersausen ließ. Der Hüter  wich flink zurück, wurde jedoch trotzdem an der Schulter getroffen. Ein  langer Schnitt prangte in seiner Seite, stich, zog, schmerzte und  brannte. Grüne Energie brach aus der ätherischen Wunde hervor und fast  sofort stürzten sich einige herumlungernde Bleiche darauf. Unter  Schmerzen gelang es dem Hüter, einen Schild heraufzubeschwören, der ihn  vor den zudringlichen Übergriffen der Entseelten schützen sollte. Auch  einen zweiten Astralaxthieb des Wächters konnte er damit abwehren, doch  ließ dieser den Schild an der Aufprallstelle splittern und wieder  strömte Lebensenergie aus dem geschützten Bereich heraus. Mit einem  verzweifelten Schrei versiegelte Wolçar den Riß im Schild und sprang,  unterstützt von seiner Magie, in die Luft, ließ dort eine energetische  Sense erscheinen, deren purpurfarbene, leuchtende Klinge er auf den Kopf  des Wächters zufliegen ließ, während die Entseelten rasend vor Gier  nach Leben auf und absprangen um ihn ergreifen und sich an seiner Kraft  laben zu können.</p>
<p>Die Sensenklinge prallte vom Helm des Wächters ab, hinterließ jedoch  eine beeindruckende Kerbe darin. Wolçar ließ seine verbleibende Linke  einen Kreis vor seinen Knien beschreiben, riß den Arm dann in die Luft  und schleuderte etwas auf seine untenstehenden Gegner. Energetischer  Niederschlag stürzte auf die Entseelten und den Wächter, ließ diese  auseinanderstreben und veranlasste den Wächter dazu, seine konturlosen  Arme schützend über seinen Kopf mit dem beschädigten Helm zu heben.  Darauf hatte Wolçar gewartet; er stürzte sich wie ein Falke zu Boden,  glitt an diesem entlang und tauchte unvermittelt UNTER dem Wächter  wieder auf. Dort beschrieb er zügig einen weiteren Kreis und zeichnete  diesen mit einem silbernen Pulver haargenau nach. Dann huschte er  zwischen den Beinstümpfen des Wächters hindurch und rammte der Kreatur  einen weiß glänzenden Astralspeer in den Rücken. Das Wesen bäumte sich  unter Schmerzen auf, ruderte rasend vor Wut mit den scheußlichen  Armstümpfen und brüllte. Wolçar Arm vollführte eine Wurfbewegung und ein  graues Netz erschien aus dem nichts, stülpte sich über den Wächter und  fesselte ihn am Boden. Wolçar schrie ein Wort und der Kreis unter dem  Wächter explodierte in einer einzigen, gewaltigen Stichflamme in Blutrot  und Nachtschwarz.</p>
<p>Die Kreatur wurde nach oben geschleudert und prallte gegen die  Tunneldecke, was den Korridor erbeben ließ. Wolçar rannte unter dem  schwebenden Wächter hindurch und sandte weitere Flammen in ihn, in allen  denkbaren Farben, die das Wesen trafen, durchbohrten und offenbar sehr,  sehr verärgerten. Dann prallte der Wächter zu Boden und blieb für einen  Moment benommen liegen. Wolçar beschrieb einen Halbkreis um seinen  Rücken um so die sich wieder nähernden Bleichen zu verscheuchen. Sobald  sie die unsichtbare Linie, die sein Arm beschrieben hatte, berührten,  blitzte es vor ihnen hellblau und die Wesen lösten sich in grüne  Energieschwaden auf, die die anderen gierig in sich aufsaugten. Vor ihm  hatte sich der Wächter noch nicht wieder aufgerappelt, doch Wolçar  konnte problemlos erkennen, dass er auch nicht halb so geschlagen war,  wie er beabsichtig hatte. Seine Seite schmerzte und weitere  Schnittwunden entließen grüne Rinnsale aus seinem ätherischen Körper.</p>
<p>Weitere Bleiche näherten sich ihm, mit geistlosem Wahnsinn in den Augen,  drangen auf ihn ein. Mit der Drehung seines Arms und einem Schrei  erzeugte der Hüter eine mächtige Druckwelle, die die astralen Vampire  von ihm fortschleuderte. Zu spät erkannte er, dass der Wächter ihm  seinerseits aus jedem Armstumpf eine Lavapeitsche entgegenwarf, die ihn  in Gesicht und Brust trafen. Der Hüter wurde von dem Aufprall  zurückgeworfen. Als er sich wieder aufrappelte, drängten sich  haufenweise Bleiche um ihn, in respektablem Abstand lauernd, darauf,  dass ihm ein Fehler unterlief und sie sich an seinem Leben gütlich tun  konnten <strong>Es bringt Euch nichts!</strong> schrie er sie an <strong>Mein Leben  kann Euch das Eure nicht zurückgeben! Aber vielleicht finden wir einen  Weg, wenn ich diesen Ort verlassen kann.</strong> Doch mit Vernunft war bei  diesen Instinktgesteuerten Kreaturen nichts zu gewinnen. Plötzlich ragte  auch wieder der Wächter vor dem Hüter auf. Mit Befriedigung erkannte  Wolçar, dass auch ER inzwischen die eine oder andere Verletzung erlitten  hatte. Doch neben der grünen Lebensenergie verließen ihn auch rot-gelb  pulsierende Ströme der lavaartigen KI-Energie.</p>
<p>Mit seinen Armstümpfen zerriß der Wächter schließlich das graue Netz,  einen alten Druidenzauber, den Wolçar von Julius Neman gelernt hatte und  langsam, jedoch mit tödlicher Entschlossenheit wankte der riesige  Wächter wieder auf Wolçar zu. <em>Er IST riesig. Viel größer als der  andere. Und er ist HÄSSLICHER als der andere, bei den Schatten!  Schatten? Schatten!</em> Sich an einen Hoffnungsstrohhalm klammernd, rief  Wolçar nach seinem Gefährten. <strong>SCHATTEN! SCHATTEN, verdammt – WO bei  den GEISTERN STECKST DU?</strong> Doch statt des Wandlers lockten die Rufe  des Hüters etwas ganz anderes heran: Aus der Gegenrichtung näherte sich  unglaublich schnell ein weiterer Wächter dem Kampfplatz. Die lauernden  Massen der Bleichen wichen furchtsam vor der Kreatur zurück, als sie  sich näherte. Wolçar stellte fest, dass dieser Wächter ebenso groß war  wie der andere. Und er war auch ebenso hässlich. Tatsächlich schienen  die beiden sich bis aufs Haar zu gleichen – so sie denn über Haare  verfügt hätten. In der Linken des Zwilllings ruhte eine Axt, die der des  anderen Wächters sehr ähnlich war. Sie glänzte unheilvoll schwarz und  reflektierte das Pulsieren der lavaartigen Energie in den ätherischen  Adern der zwei Wächter. Wolçar begann zu befürchten, dass Schatten ihn  im Stich gelassen hatte. <em>Oder er ist auf weitere Wächter gestoßen.  Wie dem auch sei, gegen zwei von dieser Sorte habe ich keine Chance,  insbesondere, solange die Entseelten um mich herum jeden meiner Schritte  mit Argusaugen bewachen und darauf hoffen, dass ich einen Fehltritt  tue. Was soll ich nur tun?</em></p>
<p>Nicht weit vor ihm ragte das Portal in die Welt der Lebenden auf. Sein  warmes, weißes Licht stand in seltsamem Kontrast zu den grauschwarzen  Gestalten der Wächter davor. Wie Sonnenschatten hoben sie sich von dem  Licht des Ausganges ab und stürzten seine Welt in eine end- und  hoffnungslose Finsternis. <em>Wie Schatten. Schatten von Menschen.  Humanoide Schatten, wie die Entseelten. Schatten…wie Schatten!  Jedermanns Schatten. Er ist ein Gestaltwandler und kann jedermanns  Schatten sein!</em> Der Neuankömmling hob kraftvoll seine Axt, ergriff  sie mit beiden Händen und ließ sie auf den angeschlagenen Wächter neben  sich niederfahren. Die furchtbare Waffe zerteilte den Helm des Wesens  und drang immer tiefer und tiefer in diesen Körper vor. Die sonst  ausdruckslosen Augenschlitze und der lochartige Mund bebten vor  schrecklicher Überraschung und vor Verstehen, als sich der Blick des  Wächters auf seinen Nebenmann richtete. Denn nun stand Schatten da, eine  Hand tief in den Leib des Wächters versenkt. Durch die transparente  Brust konnte Wolçar erkennen, daß Schatten seine pechschwarze Hand fest  um den schlangenartigen Wirbel der KI-Energie des Wächters geschlossen  hatte, die diesem seine Kraft und sein Leben verlieh. Die Energie  zappelte und wand sich im Griff des verwandelten Wandlers, doch der nahm  die Wehrhaftigkeit der Schlange nur zum Anlaß, noch fester zuzudrücken.  Um die drei Kontrahenten herum standen hunderte Entseelte in spannender  Erwartung.</p>
<p><strong>Jetzt gib mir Deine Hand, Lord Wolçar! Sende Dein purpurnes Feuer  durch mich hindurch – und beeile Dich damit, solange die Entseelten noch  nicht begriffen haben, dass sie uns einfach überrennen könnten!</strong> Ohne zu zögern kam Wolçar der Aufforderung nach, ergriff die Hand seines  Gefährten und sandte nach einem entschlossenen Blick Schattens die  ganze Kraft seines stärksten Angriffszaubers durch den Wandler hindurch.  Wolçar spürte, dass er zitterte. Ansonsten zeigte Schatten jedoch keine  Reaktion. Im Inneren des Wächters explodierte die gewaltige Magie des  Hüters und verzehrte die Schlange aus pulsierender Lava. Da zog Schatten  seine Hand zurück und ließ die Wolçars los. Gemeinsam beobachten sie,  wie die KI-Energie im Inneren des Wächters noch einmal purpurrot  aufflackerte und dann in einer weiteren Explosion erstarb.</p>
<p>Der Astralkörper des Wächters erbebte und stürzte in sich zusammen.  Reglos lag das Wesen am Boden, ein einziger Haufen lebloser Schutt. Doch  leblos war er gerade nicht, denn schon bald begannen die Überreste des  Torwächters in mattem Grün zu erstrahlen. Funken von Lebensenergie  stoben aus seinem Körper hervor und hüllten die Umgebung des Tores in  kaltes, grünes Licht. Wolçar spürte, wie seine Magie seinen Astralleib  regenerierte und erkannte aus dem Augenwinkel, wie Schatten einen  Tentakel ausfuhr, der einen Teil der Energie des bezwungenen Wächters zu  seiner eigenen Heilung abzapfte. Überraschend geduldig warteten die  Entseelten am Rande der Szenerie darauf, dass die beiden siegreichen  Kämpfer sich entfernten, um sich an der Lebensenergie des Wächters zu  laben. Zwischen den grünen Funken war trotz des Sieges über die  Lavaschlange ein rubinrotes Pulsieren zu erkennen. <strong>Einer von ihnen  wird diese Energie aufnehmen und der neue Wächter werden. Zu Beginn wird  er schwach sein…doch bald wird er erstarken und dann noch mächtiger  sein als unser Freund hier es gewesen ist.</strong> – <strong>Das erinnert an  einen gebrochenen Knochen. An der Bruchstelle ist der nach der Heilung  des Bruches auch um einiges stärker als er vorher war.</strong> – <strong>Ja, Lord  Wolçar. Denn der Korridor der Toten ist ebenso ein natürliches System  wie der menschliche Körper es ist. Er reguliert und regeneriert sich von  selbst. Er funktioniert ohne die Überwachung des DM. Und deswegen  strebt er danach, auch ihn zu erobern. Doch wie dem auch sei; wir zwei  haben hier nichts mehr verloren. Der Weg ist frei. Kehren wir ins Leben  zurück und überlassen wir die Toten wieder allein ihren Geschäften.</strong></p>
<p>Ohne weiteres Zögern betraten Wolçar und Schatten den Ausgang in die  Welt der Lebenden, ihren Fluchtweg aus der Hölle der Toten.<br />
Sobald sie das Portal passiert hatten löste sich ein Schemen von  Schattens Gestalt, bäumte sich ein wenig auf und wurde dann vom Sog des  Bleichen Zuges mitgerissen, der Vergessenheit entgegen. Die beiden GMs,  die durch das andere Portal eingedrungen waren, achteten jedoch nicht  weiter auf das Schattenfragment, als sie die Überreste des Wächters und  die inzwischen fast vollständig aufgeleckte Pfütze Lebensenergie in  Augenschein nahmen, die Wolçars und Schattens erster Kampf hinterlassen  hatte. Als der eine sich nach dem Energietropfen bückte warfen sich die  Bleichen auf ihn und machten sich daran, ihn zu verschlingen, während  der andere zur Tunneldecke glitt und das Geschehen in grässlicher  Faszination beobachtete. „Merlin! MERLIN, HILFE!“ schrie das Opfer der  Bleichen panisch. Doch GM Merlin haftete weiter an der Decke und rührte  sich nicht. „Nur die Ruhe, mein lieber Äl-Rond. Es ist bald vorbei.“  flüsterte der GameMaster, während unter ihm die Schreie seines Kollegen  erstarben. Und im Hause der Heilerin Edea schlug Lord Wolçar ut Besço,  Erzmagier der Hüter von <em>Pangeia</em>, die Augen auf. 		﻿</p>
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		<title>Kapitel 1: Seltsame Geschichten</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 00:53:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>listior</dc:creator>
				<category><![CDATA[Edea]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitel 1]]></category>

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		<description><![CDATA[Seltsame Geschichten © Edea Ich war es wirklich nicht! Ein hagerer etwa 17-jähriger Junge mit wuscheligem schwarzen Haar und einer beeindruckenden Unschuldsmiene wurde zur Tür gedrängt. Lüg mich nicht an, fauchte die hochgewachsene Gestalt, die ihm gegenüberstand und bedrohlich mit dem Finger auf ihn zeigte. Du bist der einzige, der es gewesen sein kann. Denn [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=reliquieneinervision.wordpress.com&amp;blog=12518215&amp;post=69&amp;subd=reliquieneinervision&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="post_message_6293932"><span style="text-decoration:underline;">Seltsame Geschichten</span></p>
<div><span style="color:orange;"><span style="font-size:medium;">© Edea</span></span></div>
<p><strong>Ich  war es wirklich nicht!</strong> Ein hagerer etwa 17-jähriger Junge mit  wuscheligem schwarzen Haar und einer beeindruckenden Unschuldsmiene  wurde zur Tür gedrängt. <strong>Lüg mich nicht an</strong>, fauchte die  hochgewachsene Gestalt, die ihm gegenüberstand und bedrohlich mit dem  Finger auf ihn zeigte. <strong>Du bist der einzige, der es gewesen sein kann.  Denn außer Dir hat mich seit Monaten niemand mehr besucht! Also gib  endlich zu, dass Du den Brief gestohlen und im Dorf herumgezeigt hast!  Sonst wird es Dir so ergehen, wie dem herzlosen Bauer Hacke…</strong><br />
Bei diesen Worten riss der nun fast bedauernswert ängstlich  dreinblickende Bursche die Augen weit auf und wurde leichenblass. Er  kannte die Geschichte vom Bauern Hacke. Jeder hier in der Gegend hatte  davon gehört.</p>
<p>Es ging das Gerücht um, dass es vor Jahren eine Frau gegeben haben soll,  die sich tatsächlich in den mürrischen unfreundlichen und  menschenfeindlichen Landwirt verliebt hatte. Sie besuchte ihn jeden Tag  und brachte frischen selbstgebackenen Kuchen und einige Flaschen  Zwergenbier, von dem sie wusste, dass er es sehr mochte. Doch anstatt  sich bei ihr zu bedanken oder irgendeine andere freundliche Geste zu  zeigen, die möglicherweise etwas Menschlichkeit bewiesen hätte, riss er  ihr lediglich die Mitbringsel aus der Hand und verscheuchte sie von  seinem Hof. Doch die hübsche junge Frau gab nicht auf. Sie kam weiterhin  jeden Tag um ihn zu beschenken, bis es dem Bauern eines Tages zu bunt  wurde. Denn nach einer Weile konnte er kein Gebäck und vor allem kein  Zwergenbier mehr sehen, was ihn zutiefst ärgerte und er machte natürlich  sie dafür verantwortlich. Als sie das nächste Mal auftauchte, stand er  bereits vor der Tür, denn sie kam immer zur selben Zeit und war äußerst  pünktlich. Als die junge Frau seine Gestalt erblickte, machte ihr Herz  einen großen Sprung, denn sie dachte, ihre Bemühungen würden sich nun  endlich auszahlen und er hätte wirklich Interesse für sie entwickelt.  Lächelnd beschleunigte sie ihren Schritt, doch als sie nur wenige Meter  an ihn herangenaht war, zog er plötzlich seine Donnerbüchse hervor und  zielte mit grimmigem Gesichtsausdruck auf das arme verliebte Ding. <strong>Wenn  Du noch ein einziges Mal hier herkommst, verarbeite ich Dich zu  Schweizer Käse!</strong> Er überlegte kurz und ergänzte: <strong>&#8230;Auch wenn ich  keine Ahnung habe, was das überhaupt für ein Zeug ist.</strong> Seine  Verehrerin dachte gar nicht daran, so einfach aufzugeben und redete auf  ihn ein. Eine kleine Weile hörte er sich ihr Gefasel an, doch dann riss  ihm der Geduldsfaden und er entsicherte sein Gewehr. <strong>Verdammt noch  mal!</strong>, schrie er, <strong>Mach, dass Du hier wegkommst, aber plötzlich!</strong> Als selbst das Gebrüll nichts nützte, gab er einen Warnschuss ab. Und  dann noch einen. Und noch einen. Doch die Frau blieb stur – und war  anscheinend lebensmüde. Rasend vor Wut warf er seine Donnerbüchse zur  Seite, stapfte auf sie zu, packte sie an den Haaren und schleifte sie  quer über seinen Hof, sein Feld bis zum Waldesrand, wo er sie in ein  Gebüsch schubste. <strong>Wenn Du mich noch einmal belästigst, schieße ich  nicht mehr daneben!</strong> Die Frau richtete sich mit enttäuschter  Miene  auf, klopfte sich gründlich den Dreck von ihrem langen schwarzen Kleid,  richtete ihre Haare und sagte dann ruhig aber bestimmt: <strong>So behandelt  man keine Dame. Ich versichere Dir: Das wirst Du noch bitter bereuen.</strong>,  woraufhin Bauer Hacke in schallendes Gelächter ausbrach.<br />
Ein paar Wochen später soll er einen Weidenkorb gefüllt mit den  leckersten Speisen, die man sich vorstellen konnte, vor seiner Türe  gefunden haben. Er wusste natürlich, von wem die Leckereien stammen  mussten, doch war er in jenem Moment zu hungrig um sich darüber zu  ärgern und verschlang alles auf einmal, gierig wie er war.<br />
Danach sah man ihn nie wieder. Sein Hof verwilderte, die Rinder waren  auf unerklärliche Weise frei gekommen und von Bauer Hacke fehlte nach  wie vor jede Spur. Im Dorf, ein paar Meilen vom Hof entfernt, machte man  sich natürlich seine Gedanken. Eine unglaubliche Vermutung verbreitete  sich: Kurz nach dem Verschwinden des Bauers, tauchte ein großer,  hässlicher Troll in der Gegend auf, der gewisse Ähnlichkeiten mit Hacke  aufwies…Das seltsame war: Er haute nicht alles kurz und klein wie es  Trolle für gewöhnlich tun – es sei denn natürlich, man griff ihn direkt  an. Stattdessen schien er eine abartige Neigung zu Schafen zu haben.  Seitdem wirkten die armen Tiere irgendwie verstört…<br />
Die Dorfbewohner machten natürlich die junge allein lebende Frau aus dem  Wald dafür verantwortlich, denn jeder wusste von ihren gescheiterten  Annäherungsversuchen. Doch unternahm keiner etwas, denn eigentlich hatte  sowieso niemand Bauer Hacke leiden können. Außerdem befürchtete man,  das gleiche Schicksal könnte einem widerfahren, wenn man sich mit der  nun als „Hexe“ verschrienen Frau anlegte.</p>
<p>Momentan war es vor allem der schlaksige zitternde Bursche, der dieser  Frau gegenüberstehen musste und alle Götter, die er kannte, darum  anflehte, sie mögen ihn vor diesem Los verschonen. <strong>B…Bi…Bitte nicht!</strong>,  stammelte er allmählich panisch werdend. <strong>Es…tut mir doch Leid!</strong> Mit dieser Entschuldigung, drehte er sich flugs um, riss die Tür auf und  nahm seine Beine in die Hand. Nach ein paar Hundert Metern, schaute er  flüchtig zurück um sich davon zu überzeugen, dass er nicht verfolgt  wurde. Erleichtert wandte er sich wieder um – und rannte direkt in einen  großen, kräftigen Barbaren, der ein in die Jahre gekommenes Pantherfell  trug. Verdutzt rappelte sich der durch den Aufprall zu Boden gestoßene  Junge wieder auf, musterte den Barbaren aufmerksam, als wolle er  herausfinden, ob er ihm von der „Hexe“ auf den Hals gehetzt wurde. Doch  der düstere Mann schien ebenso verblüfft wie er selbst, weshalb er  entschied, dass dieser Barbar wohl doch nicht einer ihrer Handlanger  sein konnte und stürzte ohne zu zögern in den Wald davon. Black Panther  schaute ihm nachdenklich nach, zuckte mit den Schultern und drehte sich  dann in die Richtung, aus der er gekommen war. Seine Gefährten kamen auf  ihn zu gerannt und hielten kurz vor ihm keuchend an.</p>
<p><strong>Du…bist…wirklich…schnell!</strong>, brachte Celes mühsam hervor, vornüber  gebeugt und sich die Seite haltend. Black Panther grinste sie stolz  an  und sagte: <strong>Tja. Als Kinder sind mein Bruder und ich immer in den  Garten der ollen Ravenbeak eingestiegen und haben uns an ihren  köstlichen Erdbeeren vergriffen. Nur deswegen hatte sie sich einen  riesigen blutrünstigen Hund angeschafft. Also mussten wir lernen,  schneller als dieses Viech zu sein&#8230;</strong> Black Tiger, der durch die  Last des ohnmächtigen Hüters als letzter bei der Gruppe ankam, konnte  ebenfalls ein Grinsen kaum unterdrücken. <strong>&#8230;Ja, das mussten wir.  Einer hat immer den Köter abgelenkt, während der andere die Taschen mit  frischen süßen Erdbeeren voll gestopft hat.</strong> Luna schüttelte lächelnd  den Kopf. <strong>Na, ihr seid mir ja welche!</strong> Bücherwurm, der nun nach  ein paar Sekunden Verschnaufpause  wieder in der Lage war, zu sprechen,  ermahnte die Gruppe: <strong>Nun hört mal, wir haben keine Zeit zum Plaudern.  Gleich da vorne müsste es sein, also gebt noch mal alles und wenn wir  angekommen sind, könnt ihr von mir aus gerne in Erinnerungen aus alten  Zeiten schwelgen.</strong> Schuldbewusst nickten sie stumm und folgten dem  Gelehrten weiter den Feldweg hinauf. <strong>Da vorne ist schon ihr Haus.</strong>,  rief Bücherwurm, als die Gruppe die Kuppe des Hügels erreichte.</p>
<p><strong>Hmpf. Ich hab es doch gleich gewusst.</strong> Die „Hexe“ beugte sich zu  ihrem Kater hinunter um ihn hinter den Ohren zu kraulen und sagte: <strong>Nicht  wahr? Du hast es auch gemerkt, Tsume. Er wirkte schon beim letzten Mal,  als er hier war um die Phiolen für den Markt abzuholen, sehr nervös…</strong> Plötzlich kam ihr ein Gedanke in den Sinn. <em>Oh nein, meine Verkäufe!  Wer soll denn nun meine Kunden mit Heiltränken und Kräutern versorgen?</em></p>
<p>Nachdem man die Heilerin als Hexe abgestempelt hatte, wollte niemand  mehr ihre Waren kaufen oder ihre Heilkünste in Anspruch nehmen, weil die  Dorfbewohner Angst hatten, sie könnten ebenfalls in notgeile Trolle  verwandelt werden. Deswegen hatte sie einem Jungen aus dem Dorf eine  Menge Gold geboten, damit er an ihrer Statt die Verkäufe tätigen konnte,  was auch lange Zeit gut klappte. Zwar wussten die meisten, woher die  Waren stammten, doch verdrängten sie die Gedanken daran und taten so als  hätten sie keine Ahnung, denn ihre Heilgegenstände waren nun einmal die  wirkungsvollsten.</p>
<p>Grübelnd rührte sie ein Gebräu in einem scheinbar uralten Kessel um, als  sie draußen lautes Getrappel vernahm. <em>Nanu. Wer mag das sein?</em> Sie ging zur Tür und öffnete sie gerade in dem Moment, als ein kleiner  schweißüberströmter und erschöpft wirkender Gnom anklopfen wollte.  Unschlüssig schaute sie ihn ein paar Sekunden lang an, bis es endlich  dämmerte. <strong>Bücherwurm!</strong> freute sie sich und umarmte ihren alten  Freund stürmisch. <strong>Was führt Dich – Edea!</strong> unterbrach er sie  atemlos. <strong>Es tut mir Leid, aber ich fürchte, wir haben keine Zeit für  lange Begrüßungszeremonien. Einer meiner Gefährten ist schwer verletzt  und benötigt dringend Deine Hilfe!</strong> sagte er mit ernster Miene. <strong>Schwer  verletzt?</strong>, fragte sie besorgt. <strong>Wo ist er? – Hier!</strong>,  antwortete Black Tiger hervortretend. Nun bemerkte Edea auch den Rest  der Gruppe und ihr Blick fiel auf den verwundeten Hüter auf den  Schultern des Barbaren. <strong>Bringt ihn schnell herein!</strong> rief sie und  trat zur Seite, damit Black Tiger eintreten konnte. Vorsichtig legte er  Wolçar auf ein Bett am Fenster und Edea widmete sich sofort dem Hüter.</p>
<p>Celes lugt besorgt in die kleine Hütte herein und beobachtete, wie Edea  den Verletzten untersuchte. Erst jetzt fiel ihr auf, wie sehr sich sein  Zustand während den letzten paar Stunden seit dem Angriff durch die  Schattenwesen verschlechtert hatte. Wolçars Haut hatte eine unnatürliche  grünliche Farbe angenommen, seine Gliedmaßen lagen schlaff neben dem  geschundenen Körper und es gab keine Anzeichen dafür, dass er überhaupt  noch lebte. Die Verletzungen waren nach wie vor nicht abgeheilt. Sie  sahen aus, als wären sie ihm gerade erst zugefügt worden, nur, dass sich  nun schwarze Flächen um die Schnitt- und Stichwunden gebildet hatten,  die sich scheinbar immer weiter ausbreiteten und drohten, bald seinen  gesamten Körper zu bedecken. Und seine Augen…sie erschrak, als sie sich  diese genauer ansah. Seine Augen waren nach der Schlacht im Wald  zunächst immer trüber geworden, doch nun waren sie…kohlrabenschwarz.  Auch Edea schien so etwas noch niemals zuvor gesehen zu haben und wandte  sich an die Gruppe: <strong>Was zum Teufel ist mit ihm geschehen?</strong> Sie  erzählten ihr in Kurzform, was passiert war und als sie von der KI-Hexe  hörte und was diese anzurichten vermochte, erschauderte sie merklich.</p>
<p><strong>Also gut…</strong>, begann sie nach einer Weile, <strong>Ich muss mich  konzentrieren. Also bitte wartet draußen. – Wird er wieder –</strong>, wollte  Luna fragen, doch Edea fiel ihr ins Wort. <strong>Das kann ich noch nicht  sagen. Er befindet sich schon ziemlich lange in diesem Zustand. Wer  weiß, ob sein Geist den Weg zurück in seinen Körper finden kann. Aber  ich werde mein Bestes geben. – Bitte</strong>, begann Luna erneut. <strong>Ich  habe ein wenig Erfahrung in den Heilkünsten und würde Dir gerne zur Hand  gehen.</strong> Sie bemerkte, wie sie zweifelnd von Edea gemustert wurde. <strong>Oder  ich könnte Wasser holen zum Beispiel. Und ich könnte… &#8211; In Ordnung.  Vielleicht kann ich Dich tatsächlich brauchen. Aber alle anderen  verlassen jetzt bitte den Raum.</strong></p>
<p>Die Gefährten saßen oder standen stumm beisammen auf einer Wiese vor der  Hütte. Jeder war in seinen eigenen Gedanken versunken. Nach über drei  Stunden schließlich öffnete sich die Tür wieder und Edea kam sichtlich  ausgelaugt und müde hinaus, wo sie erwartungsvolle Augen anstarrten. <strong>Seine  Verletzungen haben nun endlich begonnen, auf meine Tinkturen  anzusprechen und verheilen allmählich.</strong> Sie atmeten erleichtert auf. <strong>Allerdings</strong>,  fügte sie hinzu, <strong>Allerdings hat er sehr viel Blut verloren und ich  konnte ihn bisher nicht aus seiner Bewusstlosigkeit holen. Wir müssen  abwarten. Die nächsten Stunden werden zeigen, ob meine Therapie  erfolgreich war.</strong> Nach einer schweigsamen Pause, in der sich die  Gefährten besorgte Blicke austauschten, sagte Bücherwurm: <strong>Danke,  Edea. Ich bin sicher, Du hast getan, was Du konntest.</strong> Edea nickte  ihm zu. <strong>Luna war mir dabei eine große Hilfe</strong>, sagte sie und  klopfte der stolz grinsenden Barbarin, die so eben neben der Heilerin  erschien, auf die Schulter.<br />
<strong>Ihr seht alle sehr erschöpft aus. Ich werde euch etwas zu essen  bereiten und ihr könnt heute Nacht in meinem Schuppen ruhen. Leider ist  mein Haus nicht groß genug um euch alle zu beherbergen. – Das ist auch  nicht nötig. Wir sind es gewohnt, in der freien Natur zu übernachten.  Und wenn ich ehrlich bin, ist mir persönlich das sogar am liebsten.</strong>,  sagte Celes lächelnd. Nun wandte sich Black Tiger an Edea: <strong>Und es  kommt überhaupt nicht in Frage, dass Du uns nun auch noch bewirtest. Ich  werde auf die Jagd gehen und uns etwas Essbares besorgen.</strong> Celes  stand auf. <strong>Ich begleite Dich – natürlich nur, wenn Du nichts dagegen  hast.</strong> Black Tiger errötete und stammelte: <strong>Ähm…nun&#8230;also&#8230;ich…natürlich  nicht&#8230;</strong>, war seine zögernde Antwort.<br />
<strong>Nun gut</strong> fing Edea an, <strong>Dann werde ich noch mal die Wunden eures  Freundes säubern. – Nein, ruh Dich aus, ich kümmere mich schon um ihn.</strong>,  meinte Luna und ging in Haus. Edea schaute der jungen Frau nach und  setzte sich dann neben Bücherwurm auf die Stufen ihrer Terrasse. Die  beiden sahen Black Panther und Dinera nach, die sich auf den Weg machten  um Feuerholz zu suchen.</p>
<p>Bücherwurm blickte seine Freundin von der Seite an. Trotz ihres  fortgeschrittenen Alters, das niemand wirklich genau kannte bis auf sie  selbst, hatte sie immer noch das jugendliche Aussehen einer  Mitt-Zwanzigerin. <em>Kein Wunder</em>, dachte Bücherwurm.<em>Ich kenne  niemanden, der mehr über Kräuter, Wurzeln und Heilerde weiß wie sie.  Wenn sie in der Lage war, Leute gesund zu pflegen, die dem Tod schon so  nahe waren, dass jeder andere Arzt bereits beginnen würde, den  Totenschein vorzubereiten, war es doch sicherlich ein leichtes für sie,  ihren Körper vor dem Verfall zu bewahren.</em></p>
<p><strong>Also…</strong>, wandte sich die Heilerin an den Gelehrten. <strong>Was hat es  mit dieser KI-Hexe auf sich?</strong> Bücherwurm seufzte mit den Schultern  zuckend. <strong>Wir wissen es nicht genau. Sie tauchte plötzlich zusammen  mit dieser Horde von Schattenelfen auf.</strong> Bücherwurm nahm einen  Schluck aus seiner Wasserflasche, während Edea geduldig darauf wartete,  dass er fortfuhr. <strong>Sie hat etwas an sich…als stünde sie über allen  Naturgesetzen. Und sie ist verdammt mächtig. Ich habe zuvor noch nie so  starke Magie gesehen, wie die ihre. Sie hat uns alle sehr schwer  getroffen.</strong> Edea schaute ihn fragend an. <strong>Euch alle? Aber warum  seid ihr anderen so glimpflich davon gekommen?</strong> Bücherwurm schüttelte  mit dem Kopf. <strong>Ich weiß es auch nicht. Doch ich vermute, sie hatte es  speziell auf unseren Anführer abgesehen. Es war kein Zufall, dass sie  dort erschienen ist. Sie muss gewusst haben, dass wir diesen Weg  benutzen würden…Aber woher? – Hmm…ein Spion vielleicht?</strong> Bücherwurm  blickte ihr in die Augen. <strong>Möglicherweise. Wir haben dummerweise dem  Wirt der Taverne erzählt, dass wir auf dem Weg nach Hope sind. Also  konnte es jeder erfahren haben…Allerdings</strong>, fiel Bücherwurm plötzlich  wieder ein, <strong>hatten wir nie erwähnt, dass wir durch den Wald gehen  wollten.</strong> Da kam ihm ein Gedanke. <em>Lulu…Sie hatte sich am Abend vor  ihrer Abreise sehr merkwürdig verhalten.</em>, erinnerte er sich. <em>Kann  es sein, dass SIE…? Nein! Sie ist eine von uns! Und sie war genauso  überrascht wie wir, als die Schamanin der Schattenelfen auftauchte und  sie entführte.</em> Er schob seine Zweifel beiseite.</p>
<p>Um die Stimmung etwas zu entlasten, wechselte er das Thema. <strong>Und, was  ist eigentlich mit Dir? Wie läuft das Geschäft?</strong> Edea schaute betrübt  drein. <em>Na toll</em>, kam es Bücherwurm in den Sinn, <em>das war ja  wohl offensichtlich das falsche Thema.</em> <strong>Na ja, ich muss mir einen  neuen Händler suchen, wie es aussieht. – Aber wieso? Was ist denn  passiert? Der Dorfjunge schien doch recht zuverlässig. – Das war er  auch…bis er mich bestohlen hat.</strong> Bücherwurm fragte überrascht: <strong>Hm?  Was hat er denn gestohlen? Etwas Wertvolles?</strong> Edea druckste etwas  herum, ehe sie antwortete. Sie erzählte ihm von einem Nekromanten, der  in den Bergen von Tabor-Tabor in einem dunklen verfallenen Schloss lebte  und dem sie auf der Suche nach seltenen Heilkräutern in den Sümpfen  nahe des Schlosses zufällig begegnet war. Er schien sofort von ihrer  Schönheit überwältigt zu sein und war sehr beeindruckt, weil sie keine  Furcht vor ihm hatte, anders als alle anderen. <strong>Wir stellten schnell  fest, dass wir vieles gemeinsam haben.</strong> erzählte die Heilerin  errötend. <strong>Doch hielt ich ihn trotzdem auf Distanz. Nach der Sache mit  Bauer Hacke bin ich etwas vorsichtiger geworden. – Ach ja, ich hörte  davon…Und Du hast ihn tatsächlich in einen Troll…? – Nein! Das war gar  nicht meine Absicht! Ich habe ihm nur ein wenig von einem besonderen  Gebräu, dessen Rezept schon seit Ewigkeiten im Besitz meiner Familie  ist, aber das ich vorher niemals ausprobiert hatte, in die Speisen  gemischt, weil ich wollte, dass es ihm das eiskalte Herz, das in seiner  Brust pochte, erweicht und ihn für die Liebe öffnet. – Ein Liebestrank? –  Nun…so was in der Art…Aber ich wusste ja nicht, dass er gar kein Herz  besaß!</strong>, versuchte sich Edea herauszureden. <strong>Wie bitte?</strong>, fragte  Bücherwurm ungläubig. <strong>Also schön…es könnte auch sein, dass ich ein  paar Tropfen zu viel davon untergemengt habe…</strong> Der Gelehrte grinste  die sichtlich verlegene Edea an. <strong>Ich vermute</strong>, gab sie zu, <strong>die  Konzentration war ein wenig zu hoch und hat wohl diese…Verwandlung zur  Folge gehabt. – Aber wie ich hörte, hatte Dein Liebestrank auch in  gewisser Weise seinen wahren Zweck erfüllt</strong>, zwinkerte er ihr zu.  Edea lächelte gequält. <strong>Ich hab deswegen auch ein schlechtes Gewissen.  Arme Schafe…<br />
Und was ist nun aus Dir und dem Nekromanten geworden?</strong> Edea seufzte. <strong>Nichts.  Er hatte mir einen Brief geschrieben. Sehr süß, wirklich, aber auch  unheimlich kitschig. Ich wusste nicht, ob ich dahin schmelzen oder mich  totlachen sollte</strong>, gab sie schuldbewusst zu. <strong>Jedenfalls fand mein  Händler diesen Brief und dachte wohl, so etwas Komisches durfte der Welt  nicht vorenthalten werden…<br />
Das Ende vom Lied war, dass sich nun alle über den Nekromanten von  Tabor-Tabor lustig machen und er mich keines Blickes mehr würdigt, weil  er glaubt, ich habe ihn absichtlich kränken wollen… Schade, und dabei  war er so nett.</strong></p>
<p><strong>Hey!</strong> Luna kam aufgeregt aus der Hütte gerannt. <strong>Wolçar!</strong> Bücherwurm und Edea schauten sie fragend an. <strong>Er ist endlich erwacht!</strong></div>
<p><!-- / message --> <!-- sig -->__________________</p>
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		<item>
		<title>Kapitel 1: Verwundet, Verwundert und die Ehre</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 00:52:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>listior</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitel 1]]></category>
		<category><![CDATA[Thorbus]]></category>

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		<description><![CDATA[Verwundet, Verwundert und die Ehre © Thorbus Was, ich&#8230;meint sie etwa mich? Dachte sich Thorbus, als er verblüfft in das wütende Gesicht der Bardin blickte. Bardin, ja – sie mußte eine sein, denn ihr Gesang und Spiel machte ihn einer Schlacht oder eines Kampfes völlig willenlos und überdrüssig. Die Gelehrte&#8230;bist Du die Gelehrte&#8230;? Fragte Thorbus [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=reliquieneinervision.wordpress.com&amp;blog=12518215&amp;post=67&amp;subd=reliquieneinervision&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="post_message_6293927"><span style="text-decoration:underline;">Verwundet, Verwundert und die Ehre</span></p>
<div><span style="color:orange;"><span style="font-size:medium;">© Thorbus</span></span></div>
<p><em>Was,  ich&#8230;meint sie etwa mich?</em> Dachte sich Thorbus, als er verblüfft in  das wütende Gesicht der Bardin blickte. Bardin, ja – sie mußte eine  sein, denn ihr Gesang und Spiel machte ihn einer Schlacht oder eines  Kampfes völlig willenlos und überdrüssig.</p>
<p><strong>Die Gelehrte&#8230;bist Du die Gelehrte&#8230;?</strong> Fragte Thorbus die junge  Bardin, obwohl ihm bewußt war, dass dies die erste Gelehrte wäre, die  die Kunst der Barden zu nutzen verstünde. Doch zu große Hoffnung hegte  er, endlich die Gesuchte gefunden zu haben.</p>
<p><em>Endlich gefunden&#8230;</em> Dachte Thorbus, <em>&#8230;doch warum Wut und kein  Dank in ihren Augen, habe&#8230;</em><strong>ich euch doch befreit von diesem  Ungetüm</strong> brachen seine anfänglichen Gedanken nun mit lauter werdender  Stimme aus seinem Mund hervor.<br />
<strong>So habe ich euer Dasein als Gefangene, dieses&#8230;dieses – was auch  immer, beendet!</strong> Immer lauter werdend und einen Hauch Wut in seine  Stimme packend <strong>lassss&#8230;&#8230;es sein, Elf!</strong> zischte seine  furchterregende Stimme Kivos entgegen, der langsam auf den Barbaren zu  schlich und wohl der Hoffnung war, dies bliebe unentdeckt. <strong>&#8230;wage es  nicht&#8230; – dein Kopf würde rollen, bevor du zum Hieb ausholtest!</strong> brummte Thorbus den nun erstarrten Kivos an.</p>
<p><strong>Du wagst es uns&#8230;</strong> fuhr die Bardin den Barbaren an, als sie mit  festem Schritt auf diesen zuging. Ohne Angst, den verdutzten Thorbus die  in seiner Linken, mit dem nach unten hängendem Kopf befindliche Axt,  mit gekonntem Hieb aus der Hand schlagend. <strong>&#8230;zu drohen, du&#8230;Tier!</strong> Dies brummte sie mit so erregter Stimme, dass Thorbus von ihrem Mut und  ihrer Kühnheit zwar beeindruckt, aber noch verwirrter war.</p>
<p><strong>die&#8230;d&#8230;die&#8230;Ge&#8230;Gelehrte?</strong> brummten seine Stimmbänder wieder,  was anderes schien ihm einfach nicht einzufallen.</p>
<p><strong>Pass auf&#8230;</strong> fauchte Sheila ihn wie eine Katze, die um jeden Preis  ihre Jungen verteidigte, an. <strong>Pass auf&#8230;Gelehrte? Verdammt noch mal,  sehe ich aus wie eine Gelehrte?&#8230;du&#8230;du Irrer! Doch trotz das ich  KEINE, sich mit Weisheit schmückende, Titelverliebte Gelehrte bin, bin  ich Klever genug zu erkennen, wenn jemand ein verdammt großes Problem  hat. GENAU&#8230;so eines hast DU&#8230;du Spinner! Was für Gefangene, ich sehe  hier keine, NIRGENDS!</strong> Heftig mit den Händen gestikulierend, warf  Sheila dem Barbaren ihre ganze Wut in Worten an den Kopf. <strong>Bist du  wahnsinnig, du Schlächter&#8230;sieh hin, sieh genau hin, bevor du einen  Kampf anzettelst, denn KEINE Gefangenen sind hier&#8230;nur drei Gefährten. –  und eine vierte. – und einer dieser Gefährten liegt nun am Boden,  verletzt&#8230;wegen,&#8230;.wegen DIR!</strong> Blies Sheila Thorbus an, im gleichen  Augenblick mit ihren beiden Händen seinen Kopf fest packend und in  Richtung des reglos am Boden liegenden Schatten drehend.<br />
<strong>Sieh die an, was dein Werk ist&#8230;</strong> sagte die Bardin nun den Griff  um Thorbus Kopf lockernd und ihre Stimme senkend. <strong>Sieh’s dir an&#8230;</strong> seufzte sie nochmals, mit nun eher kleinlauter Stimme.</p>
<p><strong>Aber&#8230;</strong> setze Thorbus an, als der nun doch neben ihm stehende Elf  ihm <strong>Kein ABER!</strong> entgegen schrie. Kurz sah Thorbus in dessen Augen  um sich zu vergewissern, dass kein Angriff folgte, doch es machte nicht  den Schein. Seinen Blick wieder auf die in tieferes Schwarz als die  Nacht gekleidete, reglose Figur am Boden richtend. Neben ihr kauernd,  erblickte er eine schöne, junge Elfin, auf derer Blick er just in diesem  Augenblick traf. Sich tief in ihre Augen verlierend und eine innerlich  aufkochende Wärme spürend, stierte&#8230;starrte er die Elfin an. Diese  blickte zurück, ohne ihre Augen abzuwenden, blickte den Barbaren genauso  tief in die Augen, wie er ihr.</p>
<p><em>W&#8230;wa&#8230;.was, was ist denn? – wie&#8230;wieso sieht er mich so&#8230; –  dieser Blick – mir ist als&#8230;mir ist, kenne, kenne ich ihn? – Oder –  wieso,&#8230;hör auf mich so anzustarren&#8230;</em> Dachte Esturiana bei sich,  doch konnte sie ihren Blick nicht von ihm lassen. Langsam schien sich  ihr Kopf zu befreien, immer Träumerischer wurde ihr Blick, was auch  Sheila und Kivos nicht unentdeckt blieb.<br />
Beide blickten zu Esturiana, dann zu dem Barbaren und wieder zu  Esturiana, bis sie sich schließlich mit ihren Blicken trafen und beide  mit den Schultern zuckten. Esturiana fühlte wohlige Gelassenheit und  nichts belastete sie in diesem Moment. Ihre Seele schien sich mehr und  mehr davon tragen zu lassen. <em>St&#8230;HALT&#8230;Stop</em> dachte sie  plötzlich, als ihr dieses nie gefühlte Loslassen und Entschwinden einen  Schauer aus Angst, durch Mark und Bein fahren lies. Esturiana fing sich  wieder, sie war stark, mental sehr stark, stärker als der Barbar vor  ihr, der mehr und mehr zu entgleiten schien. Sich kurz den Kopf  schüttelnd, ihn leicht zur Seite drehend und die Stirn zu Falten  runzelnd, die ihrer Schönheit nichts antaten, brach sie mit einem&#8230;<strong>Was&#8230;?</strong> heraus. <strong>Was ist, wieso stierst du mich so an?</strong> fragte sie forsch,  den nun überrascht dreinblickenden Thorbus, der mehr und mehr in die  Realität zurückzukommen schien.</p>
<p><strong>Äh&#8230;ich, ich weis nicht&#8230;</strong> stotterte der sichtlich noch etwas  benommene Thorbus, wie ein Knabe, der seinem Vater eine Dummheit zugeben  mußte.</p>
<p><strong>Esturiana?</strong></p>
<p>Fragte er plötzlich mit laut schallender Stimme. Sheila und Kivos, die  sich beide zu Schatten knieten, um nach ihm zu sehen, sahen sich etwas  erschrocken an. Beide sahen dann den nun so friedlich, fast kindlich  wirkenden Barbaren an und wandten sich dann der erschrocken  dreinschauenden Esturiana zu. Diese sah verdutzt den Barbaren an, der  sich nun auf sein linkes Knie vor sie nieder ließ. Fragend sah Esturiana  zu Sheila, Kivos&#8230;sah auf den reglosen Schatten und wieder zu Thorbus.  Der fragte nochmals, nun noch bestimmender&#8230;<strong>Esturiana, bist du  Esturiana?</strong> Er hielt kurz inne und beugte seinen Oberkörper tief  hinunter, um den Blick, der nun auf den Boden schauenden Elfin, zu  kreuzen. <strong>Bist du die Gelehrte? Die, die ich suche? – So antworte  doch&#8230;</strong> fragte er nun ganz freundlich.</p>
<p><strong>Verdammt</strong> preschte Sheila in die Stille, die auf des Barbaren  Frage folgte. <strong>Lebt er noch, oder?</strong> fuhr sie fort. <strong>Nun, man kann  sein Dasein nicht direkt Leben nennen.</strong> antwortete Kivos. <strong>Doch,  gut geht es ihm nicht.</strong>stellte er fest. <strong>Was hat ihn verletzt?</strong> fragte Sheila in Thorbus Richtung, der nun seinen Blick von Esturiana  auf Sheila richtete. <strong>Was&#8230;?</strong>fragte er, als habe er ihre Frage  nicht verstanden.<br />
<strong>WAS FÜR MAGIE&#8230;hat ihn verletzt, was hast Du ihm angetan?</strong> fuhr  Sheila fort.</p>
<p><strong>MAGIE?</strong> fragte Thorbus, der nun einen ärgerlichen Blick und eine  grauenhafte Stimme aufsetzte&#8230;<strong>Magie? – ich besitze keine Magie, noch  weis ich welche einzusetzen. Ich verabscheue Stabfuchtelnde Manafresser  zutiefst! VERSTANDEN?!</strong> brummte Thorbus zurück.</p>
<p><strong>Aber du hast doch diese Lichter&#8230;</strong> sprang Sheila auf ihn los als  Kivos ein mürrisches <strong>Hört auf jetzt!</strong> von sich gab. <strong>Egal was,  er braucht Hilfe, schnell!</strong>protestierte er.</p>
<p><strong>Die Heilerin, wir müssen Ihn zur Heilerin bringen. Sie oder Wolçar,  sofern er schon bei ihr angekommen war, werden Rat wissen</strong> sagte  Sheila. <strong>Na gut, dann los. Wie weit ist es?</strong> fragte Kivos, der  krampfhaft versuchte Schatten aufzuheben und ihn auf seine Schultern zu  tragen. <strong>Eine Tagesreise bestimmt noch, wenn wir ihn tragen und  langsam sind</strong> antwortete Sheila. <strong>Mein Gott, ist das Schwer&#8230;</strong> ächzte Kivos unter der Last und Mühe, die es ihm bereitete, Schatten  aufzuheben. <strong>Wir werden eine Trage bauen müssen</strong> stöhnte Kivos, der  plötzlich von dem Barbaren bei Seite geschubst wurde.<br />
<strong>Also wart ihr NICHT seine Gefangenen?</strong> fragte Thorbus Sheila. <strong>Nein</strong> antwortete sie. <strong>Nun, dann ist sein Leiden wohl meine Schuld und  meine Augen leiteten mich fehl. Ich trage ihn, trotz seines magischen  Wesens, oh wie ich diese Magie verachte&#8230;doch mehr noch verachte ich  Ehrlosigkeit. Meine Ehre ist erst wieder hergestellt, wenn  dieses&#8230;dieses Ding bei der Heilerin ist.</strong></p>
<p><strong>Er ist kein Ding!</strong> fuhr Sheila den Barbaren an und wollte sich  noch aufmachen, ihm ein verächtliches <strong><em>- denkst du du kannst ihn  tragen? –</em></strong> entgegen werfen. Doch da hatte der Barbar mit einem  mühelos scheinendem Schwung Schatten bereits geschultert, was ihr und  Kivos innerlich imponierte.<br />
<strong>Übrigens, mein Name ist Thorbus&#8230;ich bin KEIN Irrer, KEIN  Wahnsinniger und KEIN Tier&#8230;sondern Grenzländer, doch der Unterschied  ist wohl recht unmerklich, WAS?</strong> Diese von Thorbus zynisch gedachte,  jedoch etwas komisch klingende Aussage, lies allen ein leichtes Lächeln  auf die Gesichter zaubern.<br />
<strong>Ich bin Sheila, das ist Kivos und der den du trägst&#8230;nennen wir ihn  Schatten. Also, nun los!</strong></p>
<p>Sheila ging gefolgt von Kivos voran und Thorbus folgte den beiden.  Esturiana nahm die schwere Axt des Barbaren auf, schulterte diese und  ging den Vieren nach. Einige Meter später drehte sich Thorbus plötzlich  um, da er bemerkte, dass er seine treue Axt völlig vergessen hatte, als  ihm ein <strong>keine Bange, ich habe deine Axt</strong> entgegen sprang. Er sah  die junge Elfin an sich vorbeigehen, jegliche Müh die sie mit seiner  schweren Axt hatte, aus dem Gesicht verbannt. <em>Sie zeigt keinerlei  Schwäche, beeindruckend.</em> dachte er sich, als sie sich zu ihm wand  und sagte: <strong>ach ja, ich&#8230;ICH &#8211; bin „Esturiana“</strong></div>
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		<item>
		<title>Kapitel 1: Verwundung, Kampf, Flucht und das Leben</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 00:50:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>listior</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitel 1]]></category>
		<category><![CDATA[Wolçar]]></category>

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		<description><![CDATA[Verwundung, Kampf, Flucht und das Leben © Wolçar Schatten und Wolçar duckten sich in die Menge der in die Vergessenheit schleichenden Toten. Wolçars Zauber hatte bisher das Mißtrauen des geisterhaften Wächters nicht erweckt. Die Gefährten ließen sich langsam zurückfallen ohne dabei den Anschein zu erwecken, mit weniger Elan in das Nichts zu stapfen als die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=reliquieneinervision.wordpress.com&amp;blog=12518215&amp;post=65&amp;subd=reliquieneinervision&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="text-decoration:underline;">Verwundung, Kampf, Flucht und das Leben</span></p>
<div><span style="color:orange;"><span style="font-size:medium;">© Wolçar</span></span></div>
<p>Schatten  und Wolçar duckten sich in die Menge der in die Vergessenheit  schleichenden Toten. Wolçars Zauber hatte bisher das Mißtrauen des  geisterhaften Wächters nicht erweckt. Die Gefährten ließen sich langsam  zurückfallen ohne dabei den Anschein zu erwecken, mit weniger Elan in  das Nichts zu stapfen als die anderen Seelenessenzen um sie herum. Je  mehr Wolçar über die armen, verdammten Toten, in deren Menge sie  untertauchten, nachdachte, desto unheimlicher und unnatürlicher kam ihm  dieser Vorgang vor. <strong>Tatsächlich</strong> bermerkte Schatten sarkastisch  und beantwortete damit einmal mehr Wolçars Gedanken, <strong>ist der Korridor  der Seelen das einzig Natürliche, was auf dieser Welt überhaupt vor  sich geht. In jeder Dimension existieren Vorstellungen von der Hölle,  dem Himmel, dem Sterben und den Stationen dazwischen. So gesehen ist  diese Variante hier sicherlich ein sehr gewöhnliches und langweiliges  Äquivalent des berühmten Tunnels-mit-einem-Licht-am-Ende.</strong> Wolçar  stimmte nach einigem Nachdenken zu <strong>Sicherlich ist der Vorgang als  solcher etwas vollkommen Natürliches. Doch in seinen Ausprägungen, in  den Details, hat das, was hier geschieht, mit dem natürlichen Gang der  Ereignisse nicht viel zutun. Diese Seelen sind&#8230;seelenlos. Sie sind  noch nichteinmal die Hülsen von Menschen, weil diese Hülsen noch immer  auf Erden wandeln und gelegentlich von dem Saft, der in diesen grotesken  Erscheinungen hier konzentriert ist, der faktischen Lebensenergie,  trinken dürfen, wie eiskalte Limonade aus einem Becher.</strong> Schatten  ließ ein hingewispertes, rhythmisches Rauschen ertönen. Seine  schemenhafte Erscheinung flackerte dabei. &#8211; <em>Sein Lachen?</em> &#8211; <strong>Ja.  Mit einem Strohhalm&#8230;</strong>.  Der Hüter runzelte ob des zynischen Humors  seines Gefährten die Stirn aber die ungewohnte Welle der Erheiterung  des Schattenwesens hatte etwas ansteckendes. Zumal der patrouiilierende  Torwächter sie vor einigen Minuten passiert hatte.</p>
<p>Sie planten, noch ein paar Minuten ihre Rückschleichtaktik  aufrechtzuerhalten. Schatten war den Torwächtern auf seinen Streifzügen  zwar schon mehrfach begegnet aber weil er im Regelfall geflohen war,  wenn er sie erspähte, konnte auch er nicht wirklich ermessen, wie weit  die Sinne dieser Beschützer der Wege der Toten reichten und wie scharf  sie waren. <strong>Vermutlich ziemlich scharf.</strong> bemerkte er nur trocken.  Wolçar war geneigt, dieser Annahme zuzustimmen und so ließen die beiden  Gefährten sich auf ihrem Weg über die Pfade der Toten noch eine Zeitlang  weiter zurückfallen. Nach einer Weile, die sich wie eine Ewigkeit  angefühlt hatte, vermutlich aber nur einige Minuten gedauert hatte &#8211; man  verlor sehr bald jegliches Zeitgefühl in dieser Umgebung &#8211; geriet der  gespentische Wächter außer Sicht.<br />
Wolçar und Schatten hatten die Zeit, in der sie langsam, sanft, sachte  und vorsichtig von ihm wegdrifteten, genutzt, um die Kreatur ausführlich  zu beobachten. Sie besaß vage menschliche Konturen, umgeben von etwas,  das an einen uralten barbarischen Harnisch erinnerte. Aus der gepanzert  wirkenden Brust ragten formlose Stümpfe, an deren Enden Handschuhe aus  fauliger Luft riesige Fäuste bildeten. Statt eines Mundes und Augen  klafften zwei schneeweiße enge Schlitze und ein ausdrucksloses breites  Loch in dem Bereich unter der geisterhaften Variante eines gehörtnen  Helms. Die Gestalt schien auf den ersten Blick zu schweben, auch besaß  sie keine erkennbaren Beine. Nur gelegentlich wurden zwei kräftige  Stümpfe sichtbar, die sich in erbarmungslosem Takt schrittartig  bewegten. Obwohl die Kreatur keine sichtbaren Füße  besaß, erklang bei  jedem ihrer &#8220;Schritte&#8221; ein metallisches, bebendes Geräusch, wenn man  sich in ihrer Nähe befand. Ihre Färbung war der Schattens zwar nicht  unähnlich, jedoch erinnerte sie mehr an ein sehr verschmutztes Grau als  an das endlose, tiefe, ursprüngliche Schwarz vorzeitlicher Finsternis,  in das das Schattenwesen sich kleidete. Wolçar bemerkte leise, daß es  für ihn so aussähe, als seien die Wächter im Grunde ganz gewöhnliche  Seelenessenzen wie die davongefegten bleichen Toten, deren Odyssee sie  bewachten. Nur war da DOCH etwas in ihnen, ein brodelndes, wildes,  unbeherrschbares Etwas, das ihrer Existenz einen Kern verlieh, wie das  Bewußtsein, dem sie entzogen worden waren. <strong>Aufgeblähte Tote!</strong> murmelte Schatten abfällig. <strong>Vermutlich sind sie wirklich nicht mehr.  Aber dieses Etwas, das in ihnen rotiert, sprudelt und spuckt, das macht  sie zu Göttern unter den Insekten. Ich weiß, daß Dir ncht behagt, wie  ich über den <em>Bleichen Zug</em> denke aber das ist nuneinmal das, was  DM und SYSTEM aus diesen einstigen Helden gemacht haben: Insekten.  Arbeiterinnen im Ameisenstaat. Drohnen im Bienenstock. Und auch der eine  wesentliche Unterschied zwischen den einen und den anderen bei diesen  Seelen hier ist der gleiche wie der im Bienenstock: Einige Bienen haben  einen Stachel bekommen, mit dem sie stechen können. Und andere werden  gestochen. Unterm Strich bleibt die jeweils notwendige Anzahl stabil und  hält das System so am Laufen. Es ist abartig, was hier geschieht,  Wolçar ut Besço. Und die Geschöpfe dieser Geschehnisse sind  Abartigkeiten &#8211; obwohl sie seinerzeit bestimmt einmal etwas besonderes  gewesen sind.</strong> &#8211; <strong>Aber denkst Du nicht, daß sie zur Würdigung der  Individuen, die sie einst waren, zumindest ein Minimum an Respekt  verdienen?</strong> Schatten schüttelte den Kopf. Es lag eine tiefe, traurige  Resignation in seiner Stimme, die in eimem krassen Widerspruch zu  seiner vorherigen Heierkeit stand. <strong>Davon ist nichts mehr übrig,  Wolçar ut Besço. Diese einmalige Kraft ist größtenteils verbraucht,  nichts bringt sie zurück. Die Freien vermuteten, wie ich gehört habe,  daß die Flamme der Freiheit, also die individuelle Energie der Helden  Exturions, dazu verwendet wurde, DM und SYSTEM mit Kraftstoff zu  versorgen.</strong> &#8211; <strong>Also&#8230;also fungieren die Helden Exturions als  Triebfeder ihres eigenen Untergangs?</strong> &#8211; <strong>Das ist zumindest das, was  die Freien glauben. Beziehungsweise glaubten.</strong></p>
<p>Wolçar war von dieser Erkenntnis erschüttert. Im Zurückweichen  betrachtete er den nicht absiegenden Strom der Entseelten, den &#8220;<em>Bleichen  Zug</em>&#8220;, wie Schatten sie genannt hatte. Menschen passierten ihn.  Menschen. Immer mehr Menschen. Sie wanderten an ihm vorbei, um ihn  herum, durch ihn hindurch. <em>Keine Abartigkeiten. Menschen! Es sind  Menschen wie Du und ich!</em> brüllte das Gewissen des Hüters auf und  alles in ihm drängte sich danach, den Strom der Toten aufzuhalten, den <em>Bleichen  Zug</em> zu stoppen, die Seelen eine nach der anderen zu packen,  umzudrehen und voranzuschubsen in die entgegengesetzte Richtung. Doch er  konnte sie nicht fassen. Er konnte sie nicht berühren. Er konnte ihnen  das Leben, das man ihnen gestohlen hatte, nicht zurückgeben. Außerdem  patrouillierte nur wenige Schritte voraus der unheimlche Wächter, der  nur darauf wartete, einen Hauch von Leben  in dieser Einöde zu  entdecken. So floß der Strom weiter, der Zug schlurfte voran. Es war  unmöglich, ihn aufzuhalten. Wolçar stand nun in seiner Mitte, ballte  durchdrungen von Heiligem Zorn seine verbliebene Faust und versteinerte  sein Reptiliengesicht zu einer entschlossenen Maske. <em>Noch ist es das.  Noch ist es unmöglich. Aber ich werde einen Weg finden, diesem Wahnsinn  ein Ende zu machen! Ich schwöre es!</em> Ein Stückweit hinter ihm schrie  Schatten schmerzgepeinigt auf und brach inmitten der Toten zusammen.</p>
<p>Wolçar stürmte auf seinen Gefährten zu, der unter seinem  undruchdringlichen Mantel kauerte und gequält zitterte. Es schien, als  seien winzige Meteroiten mitten in ihn hineingestürzt, dort explodiert  und breiteten sich nun langsam aber unaufhaltsam wie kleine Schockwellen  aus. In der schattenhaften Gestalt formten sich grünblaue Lichter, die  immerzu züngelten und sich fortwährend ausbreiteten. Der am Boden  kniedende Schatten warf sich unter Schmerzen epileptisch vor und zurück,  die ruckartigen, kraftvollen Bewegungen erfassten seine Kapuze und  schleuderten sie von seinem Kopf. Wolçar erblickte die grotesken,  verhärmten, entstellten Gesichtszüge seines Freundes zum ersten Mal und  obwohl der Anblick ihm das Blut in den Adern hätte gefrieren lassen  müssen, legte er dem Schattenwesen die Hand auf die Schulter und  schickte sich an, einen Heilzauber aufzusagen. Furcht stand in Schattens  Gesicht geschrieben, doch konnte er unter den Schmerzen nicht sprechen.  Energisch schüttelte er den Kopf und ein Flehen in den Augen seines  Freundes veranlaßte ihn, die Kapuze wieder tief ins Gesicht des  Schattenwesens zu ziehen. <em>Schattenwesen&#8230;Nein!</em> Die Gesichtszüge  waren entstellt, seltsam verdreht, unvollkommen, unfertig, so wie der  Rest des Körpers seines Gefährten. Aber trotzdem hatte Wolçar nun  erkannt, mit was für einem Wesen er schon so lange durch diese Dimension  des Todes wandelte &#8211; oder zumindest, was für eine Art von Wesen er  einst gewesen WAR &#8211; und diese Erkenntnis brachte ein gewisses Maß an  Verstehen mit sich. <em>Variáton.</em> dachte er. <em>Gestaltwandler.</em><br />
Doch was immer Schatten nun auch sein mochte oder was er einmal gewesen  war, noch immer wand er sich unter bestialischen Schmerzen. <strong>Ein&#8230;Angriff.  Ein Angriff von Außen!</strong> brachte Wolçars Gefährte gepeinigt hervor. <strong>Ich  kann Dich heilen, wenn Du es zuläßt, ich bin sicher!</strong> versicherte  der Hüter hektisch. Doch Schatten verneinte. Unter zusammengebissenen  Zähnen schüttelte das Wesen wieder den Kopf. <strong>NEIN!  Nein&#8230;d..das&#8230;ist nicht not&#8230;w&#8230;wendig. Hilf&#8230;hilf mir nur auf!</strong> Wolçar kam der Aufforderung nach. Angstvoll blickte er auf den Körper  seines Gefährten, der sich mehr und mehr aufzulösen schien. <em>Sie&#8230;haben  starke Selbstheilungskräfte. Aber er ist kein Wandler mehr, er ist  etwas anders. Er ist&#8230;der&#8230;SCHATTEN eines Wandlers. Wie will er sich  so heilen können?</em> Vor seinen Augen explodierte Schattens Blick in  gold-grünem Feuer. Das finstere Schwarz seiner dunklen Gestalt bäumte  sich auf, so als schien es etwas aus seinem Inneren, welches die Kräfte  des geisterhaften Wandlers ansonsten zu fesseln suchten, ausnahmsweise  einmal entfesseln zu wollen. Ein qualvolles Wimmern ging von Schatten  aus, als aus seiner Brust eine Reihe energetischer Tentakel  hervorbrachen, die goldgrün glimmend die Umgebung abtasteten. Zielsicher  griffen die Tentakeln nach einer der davonstrebenden Seelen, die  unberührt von dem schrecklichen Schauspiel weiterhin ihre fatale  Wanderung ins Nichts fortsetzen. Die Tentakel schienen die erbeutete  Seele zu würgen und zu zerquetschen, doch im Gesicht dieses Gespenstes  eines Menschen war keine Regung erkennbar. Erst als die Tentakeln die  Seele gierig in Schattens brennende Brust rissen war ein Anflug von  Verstehen auf dem Gesicht des Opfers zu lesen. Sein Ausdruck wanderte  von blankem Entsetzen über endlose Melancholie zu vielleicht  jahrhundertelang antrainierter Akzeptanz und schließlich zu einer Form  von Frieden, die Wolçar so noch nie in menschlichen Zügen gesehen  hatten. <em>Aber ich habe ihn gespürt&#8230;</em> dachte er voller Trauer <em>Ich  habe ihn gespürt. Und ich hatte mich ihm ergeben &#8211; bis Schatten mich  gerettet hat.</em>.</p>
<p>Nach der Mahlzeit tasteten Schattens Tentakeln noch eine Weile im  Korridor herum, während sich sein Körper sichtbar regenerierte. Für  einen Moment schien ein Streit um die Vorherrschaft zwischen Schattens  Bewußtsein und dem verborgenen Schrecken in seinem Innern zu toben, doch  schließlich gewann der einstmalige Wandler die Oberhand und versiegelte  die Monstosität, die ihn gerettet hatte, wieder in sich. Einen  Augenblick lang stand das Schattenwesen da und starrte Wolçar traurig  aus goldenen Augen an, dann fiel er erschöpft auf die Knie. In der  selben Sekunde stürzte sich der Torwächter auf sie.<br />
Offenbar war ihm der Angriff auf Schatten nicht entgangen, den nun auch  Wolçars Tarnung nicht mehr schützte. Wolçar war von den Ereignissen der  Rettung seines Gefährten zu angerührt gewesen als daß er an den  Tarnschleier hätte denken können. Jetzt erinnerte er sich daran, aber es  war zu spät: sie waren entdeckt: Lebende unter den Toten. Oder Tote,  die nicht vom Leben lassen wollten. Schatten versuchte aufzuspringen,  doch war er noch zu benommen von seinem inneren Kampf und besaß nicht  die Kraft, sich aufzurichten. Wolçar war schockiert von dem, was er  soeben gesehen hatte aber nichtsdestotrotz nahm er vor seinem Gefährten  Aufstellung und ließ sein purpurnes Feuer auflodern. Der Hüter brannte  in seiner Magie, schleuderte dem Wächter einen Feuerball nach dem  anderen entgegen, die diesen auch trafen und vermutlich einigen Schmerz  bei ihm verursachten. Aber sie hinterließen keine Wunden! Wolçar  schleuderte jeden Offensivzauber der ihm in den Sinn kam; kombinierte  Elemantarmagie, Windhosen, gewaltige Blitze, schneidende ätherische  Klingen&#8230;aber der Wächter schüttelte alles nach kurzer Zeit ab und  drang weiter gegen den Hüter und seinen Schützling vor. <strong>Er ist ein  eingekerkerter Toter! Ein verrauchtes Bewußtsein, am Leben gehalten von  einer unheiligen Energie. Die Energie Deiner Zauber macht ihn  bestenfalls wütend, schlimmstenfalls kräftigt sie ihn gar!</strong> fauchte  der noch immer benommene Schatten <strong>Du mußt mir aufhelfen, Wolçar ut  Besço! Wenn wir unsere Kräfte vereinen können wir ihn vielleicht  schlagen&#8230;</strong> Doch Wolçar schüttelte den Arm Schattens ab. <em>Ein  Toter. In einer Welt von Toten.   Die natürliche Opposition zum Tod ist  das Leben. Wenn sonst kein Element ihn schädigen kann, so versuche ich  doch einfach das Gegenteil und heile ihn!</em></p>
<p>Die Hüter sind in <em>Pangeia</em> stets für ihre gewaltigen heilenden und  kreationistischen Kräfte bekannt gewesen. Ein Hüter schafft das Leben  aus der Leblosigkeit. Wenn kein Heiler Mediccons sich mehr einen Rat  wußte, wie eine furchtbare Wunde zu behandeln war, kam ein Hüter und  alles in Ordnung. Wenn ein Dorf verbrannt, überschwemmt, gesprengt oder  durch einen Sturm zerrümmert wurde, so rief man den Hüter und er ließ  die vernichteten Gebäude und Gärten wie einen purpurnen Phönix aus ihrer  eigenen Asche wieder auferstehen. Diese Kräfte dienten dem Schutz, dem  Erhalt, der Rettung und der Wiederherstellung von Leben. Der Tod ist der  natürliche Feind des Hüters, ebenso wie es die Unfreiheit ist. Tod un  Leben standen sich nun im Duell gegenüber und der eine würde das Ende  des anderen bedeuten.</p>
<p>Wolçar ließ das purpurne Feuer ersterben und sammelte seine Energien. Er  ballte die Hand zur Faust und legte sie sanft an seine Brust, dabei die  Augen schließend und sich konzentrierend. Auf ganz <em>Pangeia</em> war  nichts und niemand bekannt, der über größere Heilkräfte verfügte als  Wolçar. Es lag in der Natur der Dinge, daß es so wahr. Faktisch gab es  eine Person, die ihn in puncto Heilkunst übertreffen konnte &#8211; die Erbin  des Lebens selbst, Learis Brightford, die Geliebte und Gefährtin des  Schicksals seines Freundes Ronald Carlion, der momentan vermutlich zu  Hause in Lawrentia saß und sich fürchterlich um ihn sorgte. Zum ersten  Mal in seinem Leben war Wolçar bereit, Learies Überlegenheit in der  Heilmagie einzugestehen und wünschte sich in dem Zuge nichts mehr als  daß sie jetzt bei ihm wäre um an seiner Statt diesen Kampf zu führen.  Grünes Feuer sammelte sich in der Faust des Hüters, züngelte bald hervor  und begann erst seine Hand, dann seinen Arm und schließlich seine ganze  Gestalt einzuhüllen. Heilmagie war nicht für den Angriff geschaffen und  weigerte sich vehement, in die entsprechenden geistigen Kanäle geleitet  zu werden. Doch hier stand der Erzmagier der Purpurmäntel, der oberste  Hüter, der Dieb an der schöpferischen Macht der Götter und in dieser  Sekunde schienen all die Kräfte, die Wolçar seit seiner Ankunft in  Exturion verloren zu haben glaubte potenziert wieder da zu sein und über  ihre Rückkehr zu jubeln wie die Stimmen der Götter in seinem Kopf, die  ein smaragdgrünes Leuchtfeuer hierhergerufen hatte und die nun in seinem  Verstand tobten, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen und ihn unter ihre  Herrschaft zu bringen. Wolçar besann sich auf seine Ausbildung, machte  seinen Verstand frei von den lockenden Stimmen, sperrte sie in einen der  hintersten Winkel seiner Seele, wo sie protestierten und  unwiderbringlichen Schaden anzurichten vermochten, jedoch von den Ketten  seines Geistes im Zaum gehalten wurden. Der Torwächter schien  seinerseits seine Mächte anzurufen, wodurch der lavaartige Wirbel in  seinem Inneren noch unruhiger wurde und lange Zungen ausbildete, die in  Kopf, Arm- und Beinstümpfe und schlitzartige Augen des Ungetüms  stürmten. <em>Wie suchende Tentakel&#8230;</em> dachte Wolçar, der seinen  Gegner mit den Sinnen des Hüters beobachtete. Unvermittelt sprang der  gespenstische Wächter vor und schlug mit seinem rechten Armstumpf auf  den Hüter ein, aus dem wie eine Flammenpeitsche der lodernde Lavastrom  hervorbrach, um den Gegner zu erwürgen. Wolçar formte einen bestimmten  Gedanken, schoß ihn mit einem geflüsteten Wort ab, ohne seine  Konzentration zu unterbrechen und ließ ihn den Schlag abfangen. Dann  sprengte er ihn vorwärts und schleuderte ihn auf den geisterhaften  Körper des Wächters zu, wo er tatsächlich eindrang und eine sichtbare,  winzige Wunde hinterließ. <em>Ah! Sie werden beinahe stofflich, wenn sie  angreifen! Das läßt dic nutzen.</em> Wolçar speicherte diese Erkenntnis  für den nächsten Kampf gegen solch eine Kreatur, der ihnen spätestens am  Ausgang aus dem Korridor in die Welt der Lebenden bevorstehen würde.  Diesmal jedoch würde sein Heilzauber den Gegner erledigen. Der Wächter  unternahm gerade einen zweiten Angriffsversuch &#8211; diesmal mit beiden  Armen &#8211; als Wolçar die angestaute Magie entfesselte. Schatten war  aufgesprungen, rannte auf ihn zu, schrie, versuchte, seinen Arm zu  greifen. Doch es war zu spät; der Schuß war abgefeuert. Ein gewaltiger  grüner Komet aus Heilmagie drang auf den Wächter ein, umhüllte ihn,  verzerhte ihn und ließ nichts weiter zurück als eine böse Erinnerung und  eine Schlange lavaartiger Macht, die sich umgehend auf die Flucht  begab.</p>
<p>Wolçar ließ sie davonziehen, gefangen im Rausch seiner wiedergekehrten  Kräfte. Er ließ sich zu einem Triumphschrei hinreißen, doch der  Hochmoment wurde getrübt von Schattens sorgenvoller Miene. An einem  Punkt in der Ferne prallte der Rest von Wolçars Heilkomet gegen die  Korridorwand und explodierte in einem grünen Feuerwerk. Einige der ins  Vergessen ziehenden Toten wurden plötzlich aufmerksam und schlichen  langsam auf die Explosion zu. Es schien, als würden sie Spritzer der  Lebensenergie auffangen wollen. <strong>Das&#8230;war garnicht übel.</strong> murmelte  Wolçar in sich hinein. Schatten stieß ihn unsanft an und riß den Hüter  aus seiner Selbstzufriedenheit. <strong>Wir müssen sicherlich über vieles  reden, Wolçar ut Besço, aber nicht hier! Wir sollten dagegen sehen, daß  wir diesen Bereich des Korridors so schnell verlassen wie möglich.</strong> &#8211;  <strong>Ist mit weiteren Wächtern zu rechnen?</strong> Schatten gestikulierte   spöttisch <strong>Du hast ja nur mit einer geballten Ladung ungefilterter  Lebensenergie einen der Ihren pulverisiert&#8230;warum sollten sie davon  etwas mitbekommen? Was sollte sie daran stören? SOLLTE sie etwas daran  stören? Natürlich kommen weitere Wächter! Könntest Du so eine Explosion  nochmals hervorrufen? Wohl kaum. Außerdem&#8230;</strong> er deutete auf die  Bleichen, die ihren Zug unterbrochen hatten und nun an dem Fleck  Lebensenergie zu schnuppern schienen, der an der Wand zurückgeblieben  war und sich nur langsam auflöste. <strong>DIE haben Lebensenergie  geschmeckt. Es gibt nichts Gefährlicheres hier unten. Für die Wächter  natürlich, aber leider auch für uns! Die Bleichen sind verbrannte  Lebensenergie, Lord Wolçar. Sie sehnen sich nach einer Möglichkeit, sich  wiederherzustellen, doch es gibt keine. Und gerade, weil sie sie nicht  mehr besitzen, werden die Bleichen von der Lebensenergie angezogen wie  Motten vom Licht. Sie sind Dir harmlos, traurig und bemitleidenswert  vorgekommen. Aber wenn sie Blut &#8211; oder in diesem Fall LEBEN &#8211; wittern,  ergreift sie eine wilde Sehnsucht und sie fallen über alles her, was  über Leben verfügt. Eine fatale Entwicklung für Wanderer dieser Welten.</strong> Die Bleichen standen noch immer vor dem schrumpfenden  Lebensenergieflecken. Manche leckten daran. Einige jedoch blickten sich  suchend um und entdeckten sie schließlich, noch unschlüssig, ob sie nun  weiterlaufen, den Fleck beschnuppern oder die Urheber dieses Flecks dazu  zwingen sollten, noch mehr herauszurücken. Als der erste Bleiche ihnen  entgegenschlurfte, noch immer mit diesem leblosen Ausdruck im Blick aber  mit einem entschlossenen Zug um die geisterhafte Stirn, sprangen  Schatten und Wolçar wie ein Mann auf und jagten davon. <strong>Können sie uns  denn gefährlich werden?</strong> fragte Wolçar, als sie schon ein ganzes  Stück Weg fort vom Kampfplatz hinter sich gebracht hatten.  <strong>Ich  spüre, daß eine Bedrohung von ihnen ausgeht aber ich kann sie nicht  einordnen.</strong> &#8211; <strong>Sie können uns nicht verletzen. Aber ihre flehenden  Stimmen können uns in den Wahnsinn treiben, wenn sie sich erstmal alle  auf uns gestürzt haben.</strong></p>
<p>Und so flohen die beiden Gefährten, jetzt alle Heimlichkeit vergessend,  vorbei an Millionen noch regungsloser Seelenin die Richtung, wo sie das  Portal in die Realität vermuteten. Auf ihrer Flucht überkam Wolçar trotz  allem unvermittelt ein heiterer Gedanke: <em>LORD Wolçar?</em> Der Titel  eines Erzmagiers. <em>Sollte er mich wirklich endlich als  gleichberechtigt akzeptiert haben?</em> Diesmal beantwortete Schatten  seine Gedanken nicht, sondern huschte ihm voranden seelenstrotzdenden  Gang entlang.</p>
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		<title>Kapitel 1: Das rasende Tier</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 00:49:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>listior</dc:creator>
				<category><![CDATA[Esturiana]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitel 1]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="text-decoration:underline;">Das rasende Tier</span></p>
<div><span style="color:orange;"><span style="font-size:medium;">© Esturiana</span></span></div>
<p>Esturiana griff, ein wenig auf sich selbst wütend, nach der Hand der  anderen Elfe. Schon wieder hatte sie diese verdammte Magie nur in  Schwierigkeiten gebracht. Jetzt da sie sich geschworen hatte, so wenig  wie möglich auf ihre anderen Fähigkeiten zurückzugreifen, um sich ein  komplett neues Leben aufzubauen zu können, schien wirklich nichts mehr  so zu funktionieren, wie es sollte. Sicher. Sie war von dem Angriff der  beiden wirklich überrascht worden und es war nicht besonders leicht sie  zu überraschen und sie hatte auch sofort instinktiv ein Schutzschild  erschaffen, aber irgendwie hatte auch das nicht so funktioniert, wie es  eigentlich sollte. Sobald sie von dem Elf überraschend von Hinten  attackiert wurde, löste sich ihre Aufmerksamkeit von dem Schild, und sie  wurde viel zu schnell von einem Schmerz in ihrer Schulter überrascht.<br />
Wann war sie das letzte Mal so einfach von jemandem getroffen worden?  Esturiana konnte sich nicht mehr daran erinnern. Wehmütig dachte sie  daran, dass er, wenn sie sich nicht auf diese verdammte Magie verlassen  hätte, niemals eine Chance gehabt hätte, sie zu überraschen. Aber nein,  dachte sie schnell darauf. Ich wollte es so. Ich wollte den Weg der  Magier gehn und nun muss ich auch mit den Konsequenzen leben. Ich muss  nur besser werden. Viel besser&#8230;</p>
<p>Die weibliche Elfe hatte daraufhin etwas gesummt, dass es ihr unmöglich  machte zu sprechen. Wiederum fühlte sich Esturiana von der Magie  verraten. Ohne sie, wäre es völlig egal, ob ich sprechen könnte oder  nicht, dachte sie trotzig. Doch kurz darauf erlaubte ihr die Bardin  wieder zu sprechen und Esturiana stellte sich als Magierin, was auch  sonst, vor. Gerade als sich selbst davon zu überzeugen versuchte, dass  sie wirklich eine Magierin war, brach ein schreiendes Etwas aus den  Büschen hervor.</p>
<p>Nicht sehr weit entfernt, jedoch mit einem zu großen Abstand um sich  dazwischen zu werfen, sahen sie wie ein großer und anscheinend ziemlich  wütender Mann auf den reglosen Schatten zurannte. Er hatte eine große  Axt in der Hand und schlug wild auf diesen ein. Natürlich hatte das  absolut keinen Effekt auf den Schatten aber dem Berserker war das  anscheinend egal. Mittlerweile drehte er sich brüllend im Kreis im und  um Schatten. Er schlug immer wilder und heftiger zu. Sein Gesicht war  komplett verzerrt zu einer wutentbrannten Maske.</p>
<p>Eigentlich war es schon fast belustigend den sinnlosen Bemühungen des  Berserkers zuzuschauen, wie er versuchte ein ätherisches Wesen mit einer  recht realen Waffe zu treffen. Trotzdem überlegte Esturiana ob sie  überhaupt irgendwie eingreifen oder sich doch lieber in Sicherheit  bringen sollte, falls der Berserker sich bald einem realerem Opfer  zuwenden sollte. Die beiden Elfen mit denen sie gerade noch gekämpft  hatte starrten ebenso verwirrt zu dem rasenden Barbar.<br />
Esturiana beobachtete das Ganze weiter und bemekte etwas sehr seltsames  an dem Barbar. Irgendetwas an seinem Gürtel fing plötzlich an leicht  blau zu glimmen. Durch die schnellen Bewegungen des Berserkers, konnte  man nicht erkennen, was genau dort leuchtete und anfangs war das  Leuchten auch nur sehr sehr schwach zu sehen. Doch mit weiteren  verstreichenden Sekunden in denen der sinnlose Kampf tobte, glühte es an  dem Gürtel heller und heller, nicht unbedingt großflächig, aber mit  einer gewissen Intensität.<br />
Esturiana erinnerte das Glühen an einen magischen Blitz, den einer der  Tutoren der Magischen Akademie einmal beschworen hatte, um die Schüler  zu beeindrucken. So ähnlich sah es auch, nur eben beständig und nicht so  schnell wieder verschwunden wie ein richtiger Blitz. Erklären, um was  es sich bei dem Glühen handelte konnte Esturianan sich nicht,  genausowenig wie sie sagen konnte ob die Beiden Elfen es auch bemerken  würden.</p>
<p>Diese gingen mittlerweile, ihre Waffen vor sich gerichtet, vorsichtig,  aber bestimmt vor, um Schatten wohl wieder zu befreien von dieser  &#8220;Rasenden Wildsau&#8221;. Diesem jedoch schien das allerdings ziemlich egal zu  sein. Zumindest machte er den Eindruck, als bemerkte er wirklich gar  nichts mehr um sich herum außer den immer noch regungslos dastehenden  Schatten. Er bemerkte auch nicht, wie er schon oft mit Teilen seiner  Kleidung in diversen Ästen und Büschen hängen geblieben war, die  unschuldig in seinen Kampfkreis wuchsen und deren Holz mit Dornen  versehen war. Folge dessen war, dass seine Kleidung nun einige kleine  Löcher aufwies, die vorher nicht dagewesen waren. Doch auch das störte  den Berserker überhaupt nicht und Esturiana beobachtete, wie er  abermals, diemal mit einem Teil seines Gürtels, an einem dornigen  herunterhängen Ast einer Blut-Ulme hängenblieb.</p>
<p>Esturiana riss die Augen auf. Das Glühenende Etwas hing für einen ganz  kurzen Augenblick ruhig an dem Ast. Es sah nun so aus, als wäre es nur  ein einfacher Lederbeutel. Plötzlich gab es einen Ruck, als der  Berserker wieder herumwirbelte und ein Dornen der Ulme riss den Beutel   an der Seite auf. Dort wo gerade noch ein einziges Glühen war, wurden  jetzt viele kleine, wie Glühwürmchen aussehende Etwasse aus dem kaputten  Beutel geschleudert.</p>
<p>Genau in diesem Augenblick senkte Sheila plötzlich ihren Degen. Sie  hatte genug gesehen und sich entschieden auf andere Art in die ganze  Sache ein wenig Klarheit und Ruhe hereinzubringen. Sie legte dem neben  ihr laufenden Elf die Hand auf die Brust um ihm zu zeigen, dass sie  nicht weiter vorrücken würden. Sie stimmte ein tiefes Lied an, dass sehr  beruhigend wirkte und anscheinend auch bei dem Berserker seine Wirkung  nicht verlor. Dieser hörte auf wild um sich zu schlagen und senkte  seinerseits seine Waffe. Heftig atmend stand er nun da und betrachtete  Schatten mit einem zutiefst hasserfülltem Blick.</p>
<p>Die kleinen Glühwürmchenartigen Lichtpunkte regneten genau jetzt wieder  auf den Kampfplatz nieder. Dort wo sie den ätherischen Schatten trafen,  blitzten sie noch einmal kurz auf und bildeten dann ganz kleine  konzentrische Kreise aus blauem Licht, die über den Mantel von Schatten  flossen. Insgesamt war die Szenerie jetzt durch den Gesang der Bardin  von Regungslosigkeit und Ruhe gekennzeichnet.</p>
<p>Die einzige Bewegung entstand nun bei dem bisher reglosen Schatten. Er  bewegte den Kopf und schaute irgendwie verwirrt erst auf seinen Mantel  und die Lichtkreise. Dann richtete er seinen fragenden Blick auf den  Barbaren. <strong>&#8220;Wie&#8230; konntet&#8230; ihr&#8230;&#8221;</strong> war das einzige, dass man  von ihm hörte, bevor er sein Gesicht vor Schmerzen verzog.  Zusammengekrümmt fiel er auf den Boden, seine Augen waren genau so  blicklos und abwesend wie vor dem Kampf.</p>
<p>Esturiana ging nun auch zu der kleinen Gruppe hinüber die verwirrt  dastand. Die Bardin richtete einen wütenden Blick auf den Barbaren. <strong>&#8220;Was  hast du getan, du Tier!?</strong> schrie sie ihm entgegen.</p>
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		<title>Kapitel 1: Dieb, Bardin, Spion und Berserker</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 00:48:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>listior</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitel 1]]></category>
		<category><![CDATA[Kivos]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieb, Bardin, Spion und Berserker © Kivos Nachdem sie einige Minuten schweigend im Dunkeln ausgeharrt hatten, entschieden Sheila und Kivos, selbst die Initiative zu ergreifen. Nun, eigentlich hatte Sheila allein aufbrechen wollen, aber Kivos ließ sich trotz seines recht angeschlagenen Zustandes nicht davon abbringen, sie zu begleiten. Albernes männliches Selbstverständnis… dachte die Elfin, war sich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=reliquieneinervision.wordpress.com&amp;blog=12518215&amp;post=61&amp;subd=reliquieneinervision&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="text-decoration:underline;">Dieb, Bardin, Spion und Berserker</span></p>
<div><span style="color:orange;"><span style="font-size:medium;">© Kivos</span></span></div>
<p>Nachdem  sie einige Minuten schweigend im Dunkeln ausgeharrt hatten, entschieden  Sheila und Kivos, selbst die Initiative zu ergreifen. Nun, eigentlich  hatte Sheila allein aufbrechen wollen, aber Kivos ließ sich trotz seines  recht angeschlagenen Zustandes nicht davon abbringen, sie zu begleiten.  <em>Albernes männliches Selbstverständnis…</em> dachte die Elfin, war  sich aber durchaus darüber im Klaren, dass Zeit und Ort für einen Streit  über Machismo ein wenig ungünstig waren. So dämmte Kivos mit ein wenig  angefeuchteter Erde das Feuer und die beiden Gefährten krochen am noch  immer wie erstarrt dastehenden Schatten vorbei aus der Senke, wo Sheila  ihr Lager aufgeschlagen hatte in das finstere Dickicht des nächtlichen  Waldes.<br />
Kivos wog, hinter der Bardin herschleichend, die Elbenklinge, die das  Mädchen offenbar einem seiner früheren Kameraden hatte abknüpfen können.  Kivos war kein Freund schwerer Klingen; er hätte ein Rapier oder  Florett vorgezogen, wie Sheila es trug oder wenigstens schnelle  Zwillingsklingen…seine Stärke im Kampf waren Geschick und Schnelligkeit,  weniger seine Konstitution und Stärke. Magie war auch eine Option, denn  er besaß Talent dafür, wie alle…Diebe, nun war es ausgesprochen. Er war  ein ordinärer Dieb gewesen, bevor er, gelenkt vom KI und dem Druck des  Stammes eine vitale Position unter den Kriegern des Heeres einnehmen  musste. <em>Nein, nicht ordinär….</em> schmunzelte er überraschend munter  in sich hinein <em>Ich war spitze!</em> Und auch in anderer Hinsicht war  er ausgesprochen begabt gewesen. Diese weitere Begabung ließ ihn die  junge Frau genauestens in Augenschein nehmen, während sie leicht gebückt  hintereinander herschlichen. Elfen verfügten bekanntermaßen über die  sehr nützliche Fertigkeit der Infravision, die es ihnen erlaubte, selbst  in völliger Finsternis relativ gut sehen zu können. Seine Elfenaugen  übermitteltem dem ehemaligen Leutnant recht reizvolle Signale bezüglich  seiner Gefährtin. Silva trug einen schon etwas mitgenommenen  Wildlederumhang mit einer locker herabbaumelnden Kapuze die sich  aufgrund der ihren Bewegungen eigenen Geschmeidigkeit jedoch kaum  bewegte, während sie flink vorankrochen. Darunter schien sie ein  lockeres Kleid aus blaurotem Linnen zu tragen; ein merkwürdiges  Kleidungsstück für einen Marsch durch die Wildnis, wie Kivos fand. Aber  es schmeichelte ihrer Figur und der lockere Gürtel um ihre Taille tat  ein übrigens dazu. Nicht allzu langes, leicht gewelltes rotbraunes Haar  floß ihren Rücken herunter, was recht ungewöhnlich war für die Elfen,  die Kivos kennengerlernt hatte; diese waren im Regelfall schwarzhaarig  oder blond gewesen. Allerdings waren das auch nicht allzu viele  Begegnungen und meistens waren sein Geist und seine Seele bei diesen  Gelegenheiten weit, weit weg… <em>Wo nur wandern unsere Geister hin, wenn  das KI unsere Körper übernimmt?</em>. Beschwor Sheila jedoch ihre  beeindruckende Stimm-Magie, ging ein seltsames Leuchten von ihr aus,  dass ihr Haar fast weiß erschienen ließ, wie bei den meisten  Schattenelfenfrauen. Am Feuer hatte er bemerkt, dass ihre Augen von  einem smaragdartigen Grün waren. Elfen hatten Mandelaugen und die Augen  der Schattenelfen waren meist annähernd schwarz oder gar rot, niemals  grün oder blau. Sie war anders als alle Frauen, die er bisher gekannt  hatte (und er hatte VIELE gekannt, und die meisten davon sehr gut) Ja,  er musste sich eingestehen, dass er wirklich SEHR angetan von dem  Mädchen war. Kivos hatte gar nicht anders gekonnt; er MUSSTE ihr folgen.  Am liebsten wollte er sie festhalten und nie wieder loslassen. Einen  Augenblick lang rätselte er, woher dieses Gefühl stammte. Er kannte sie  schließlich erst ein paar Stunden und war in Herzensangelegenheiten  niemals sehr vorschnell gewesen. <em>Außer bei Ylse. Ich hätte ahnen  müssen, dass sie unaufrichtig war und keine von uns… Daß ich nur ein  Spielzeug war für sie. Aber ich hatte ja auch meinen Spaß, zu Beginn. Da  schert man sich nicht um Ahnungen und miese Gefühle.</em> Ob seine  ungewöhnlich intensiven Gefühle für die ihm doch eigentlich vollkommen  unbekannte Sheila einfach nur da herrührten, dass sie sich um seine  Wunden gekümmert hatte? Er wusste es nicht. <em>Einfach lächerlich, das  alles. Vermutlich bin ich einfach nur noch angeschlagen; immerhin war  ich tot. Oder zumindest war ich FAST tot. Vor Gericht würde das als  mildernder Umstand sicherlich anerkannt!</em> Aber trotzdem… Mit einem  leisen Wink ihrer rechen hieß Sheila ihn anhalten. Die Linke hielt ihr  todbringendes, leichtes Florett.<br />
Mit dem Kopf deutete die Bardin auf eine Gruppe hoher Büsche direkt vor  ihnen. Die zwei Gefährten duckten sich im Schütze eines stachligen  Ginsterbusches und versuchten allein durch Zeichensprache einen Plan zu  entwickeln. Dieser nahm sich am Ende relativ simpel aus: Sheila wollte  von seitlich vorne auf das Gebüsch zudrängen, in dem sie ihren  ungeladenen Gast vermuteten, Kivos sollte sich von hinten  heranschleichen und gleichzeitig ein kleines Ablenkungsmanöver  initiieren, welches die Aufmerksamkeit ihres Besuchers auf sich ziehen  sollte, damit Sheila die Möglichkeit bekam, ihn schnell zu entwaffnen.  Kivos war im Grunde davon überzeugt, dass er sich grundsätzlich besser  dazu eignete, den Gegner, wer immer es auch war, zu entwaffnen. Aber,  zugegeben, er WAR reichlich angeschlagen und ein Angriff aus dem  Hinterhalt kam ihm als früher sehr geübtem Dieb natürlich wesentlich  besser gelegen, als ein Frontalangriff. Sheila duckte sich noch tiefer  in das Blattwerk des Busches, in dem sie sich versteckten und deutete  Kivos mit einer sanften Geste an, er möge um den Buch herumkriechen,  sich dann leise und vorsichtig geduckt am Waldessaum entlangbewegen und  so schließlich in die richtige Angriffsposition gelangen. ER sollte das  Signal zum Angriff geben; durch seine Ablenkaktion.</p>
<p><em>Sie macht sich Sorgen um mich!</em> stellte er fest, nachdem er sich  auf den Weg gemacht hatte <em>So wie’s aussieht hat sie Angst, dass ich  die Sache vergeigen könnte. Ts, ich bin ein Schattenelf, verdammt! Und  ich galt mal als einer der zehn geschicktesten Diebe von ganz Exturion.  Nun, woher soll sie das wissen? Aber sie macht sich Sorgen um mich!</em> Kivos hielt sich dicht am Boden, kroch lautlos wie ein kleines, leichtes  Reptil über den kühlen Waldboden. Er hielt sich in den tiefsten  Schatten, kroch quasi schon UNTER den Büschen her. Dabei verursachte er  jedoch keinen Laut. Sheila war durchaus beeindruckt. <em>Ich habe von  seinem Gequatsche von Freien und Begabten zwar kaum die Hälfte  verstanden aber grundsätzlich scheint er ein anständiger Typ zu sein.  Ich frage mich nur, wieso man den Offizieren der Heere der Schattenelfen  beibringt, sich derart lautlos und verstohlen zu bewegen. Ich glaube  nicht, dass das sehr nützliche Fähigkeiten für einen Soldaten sind. Die  neigen dazu, nur in Gruppen aufzutreten, zu klimpern und zu kratzen und  herumzuschreien und so. Ich werde ihn danach fragen müssen. Ich bin  sicher, eine entsprechende Gelegenheit wird sich ergeben, früher oder  später.</em> Sie gestattete sich ein süffisantes Lächeln, dann gab Kivos  das Zeichen.</p>
<p>Kivos hatte gegrübelt, wie er Sheila informieren sollte, dass er in  Position war. Er hatte sich langsam und auf Umwegen an ihren Zaungast  herangepirscht und konnte ihn nun erkennen, geduckt hinter exakt dem  Busch, den Sheila und er ins Visier genommen hatten. Offenbar hatte sich  der Spion unter einem weiten, dunklen Ölmantel zusammengekauert, der  unter normalen Umständen sicherlich unsichtbar gewesen wäre, würde nicht  gerade der Vollmond hinter einen Wolken hervorpreschen. Kivos  überlegte, wie er Sheila nun rufen sollte. <em>Ein Pfiff, ein Ruf, ein  Tierschrei?</em> Schließlich blickte er auf die Klinge in seiner Hand,  musterte sie mit einem abschätzigen Blick und schleuderte sie Kraftvoll  in einen Baum, der in der Gegenrichtung zu Sheila und ihm stand und  bisher ein unschuldiges, harmloses Dasein gefristet hatte – was ihn zur  idealen Heimstatt für allerlei Getier auswies. Der Angriff auf ihr  Domizil schreckte eine Gruppe krächzender Raben auf, außerdem erhob sich  eine kleine Schar Fledermäuse aus dem Baumwipfel und jagte, schrill  schimpfend, dem Mondlicht davon. Aus dem hohen Gras nahe dem Baum  erklang ein Rascheln; ein weiteres Nachttier war aufgeschreckt worden  und machte sich flugs davon. Die Gestalt mit dem Ölmantel zeigte die  erhoffte Reaktion: Sie drehte sich erschrocken in die Richtung, aus der  die Geräusche stoben und gab damit ihr Gesicht dem Mondlicht preis. Er  erblickte das ebenmäßige Gesicht einer Tirem-Ag-Elfin, von dem man  durchaus behaupten konnte, dass es recht exquisit war. Ein  entschlossener Zug umgab ihre Augen und obwohl sie auf diesen kleinen  Trick offenbar hereingefallen war, schien es sich hier um eine  kampferprobte Frau zu handeln.</p>
<p>Mit einem Satz sprang Sheila auf die Gestalt hinter dem Busch zu, um sie  zu überwältigen. Im fahlen Mondlicht erkannte auch sie das Gesicht der  Elfin. Ärgerlicherweise hatte die Frau auch sie entdeckt und murmelte  ein paar Worte. Daraufhin explodierte die Luft um die Spionin herum in  einer Kuppel aus blaugrüner Energie. Sheila wurde zurückgeschleudert,  rappelte sich jedoch sofort wieder hoch, um erneut anzugreifen <em>Eine  Magierin! Na großartig…</em> Wieder stürmte sie auf die Frau zu, die als  Reaktion darauf wieder zu murmeln begann und offenbar ihren magischen  Schutzschild noch ein wenig verstärkte, um auch den zweiten Angriff der  Bardin abzuwehren. Sheila schwenkte ihren Degen, der nun in einem  merkwürdigen Licht zu leuchten begann. Doch anstatt auf die Magierin  einzustechen, schleuderte die Elfenbardin die Klinge in die Luft und  über den Kopf ihres mutmaßlichen Opfers hinweg. Behende sprang Kivos  hervor, fing das in der Dunkelheit glühende Florett geschickt auf und  stieß ruckartig damit zu. Die Magierin hatte sich auf einen Angriff von  vorn eingestellt; sie hatte schließlich nicht ahnen können, dass in  ihrem Rücken auch noch jemand lauerte. Die Folge davon war, dass ihr  Schutzschild im Rücken nur sehr schwächlich war. Der von Sheila  besungene Degen glitt zwar nicht durch ihn hindurch wie ein heißes  Messer durch Butter aber Kivos schwor später, er habe sich durch den  Schutzschild der Magierin gefressen wie eine scharfe Schere durch  Pergamentpapier. Kivos Stich erwischte die Magierin an der Schulter,  die, abgelenkt durch den unerwarteten Schmerz, ihre Konzentration verlor  und den Schutzschild fallen ließ. Sheilas Stimme wob ein Liedchen der  Stille auf die Gegnerin, um sie daran zu hindern, weitere Magie  anzurufen. Doch es schien, als habe die Magierin derartiges eh nicht im  Sinne gehabt. Mit einem leicht trotzigen Gesichtsausdruck blickte sie  zwischen den zwei Gefährten hin und her und hielt sich dabei die  schmerzende Schulter. Sheila wandte sich an Kivos: <strong>Sehr elegant, die  Aktion mit dem Sprung und dem schnellen Vorstoß. Bringt  man Euch sowas  im Heer von Ylse bei oder stammt das daher, wo Du auch Deine  Fertigkeiten im Anschleichen, der Tarnung und Deine erstaunliche  Fingerfertigkeit erworben hast?</strong> Kivos, der noch immer den Degen auf  die Magiern richtete, grinste sie jungenhaft an und nickte dann, eine  Spur Verlegenheit und jede Menge Stolz in der Stimme <strong>Nein. Diese  recht wertvollen Kenntnisse stammen noch aus den Zeiten meiner ersten  Karriere.</strong> Sheila grinste bezaubernd zurück, dann richtete sie ihren  Blick auf ihre Gefangene, die ziemlich ungehalten zu sein schien, jedoch  aufgrund der beunruhigenden Nähe von  Kivos’ Klinge in ihrem Rücken  klugerweise darauf verzichtete, einen Fluchtversuch zu unternehmen. In  einer Mischung aus Erheiterung und Verärgerung entdeckten die Bardin und  der Dieb, dass ihre ihnen auflauernde Todfeindin mit den Lippen die  Worte <em>Ihr habt mich überrumpelt!</em> formte. Kivos kam nicht umhin,  den Mut der Magierin angesichts zweier Feinde und ihrer momentanen  Unfähigkeit, ihre Magie zu benutzen, zu bewundern. Aber Sheila war  weniger amüsiert. Sie streckte die Hand aus und ließ sich von Kivos  ihren Degen zurückgeben, dessen Spitze sie dann mit Zorn in den grünen  Augen auf die gelähmte Kehle der Magierin richtete. <strong>Wer bist Du? Was  willst Du von uns? Warum verfolgst Du uns?</strong>. Die Magierin deutete auf  ihre Kehle, darauf hinweisend, dass sie so kaum in der Lage sein würde,  etwas auszupacken. Sheila drückte die Spitze ihres Degens noch fester  an die Kehle der Magierin; nur einige Millimeter weiter und sie würde in  den Hals der jungen Elfe eindringen. Dann ließ die Bardin ihren  sprachlähmenden Gesang verstummen.</p>
<p><strong>Ich bin Esturiana, die Magierin. Und Du tust mir weh, verdammt!</strong> Kivos brach in schallendes Gelächter aus. Auch Sheila kam nicht umhin,  der Magierin für ihre Kühnheit ein kleines Lächeln zu schenken. Langsam  zog sie die Klinge zurück und reichte Esturiana die Hand, um ihr  aufzuhelfen. Plötzlich sprang eine rasende Bestie aus dem Gestrüpp ganz  in der Nähe und stürzte sich mit wildem Kampfschrei und wehenden Äxten  auf den noch immer völlig erstarrten Schatten.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Kapitel 1: Des Grenzländers Suche</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 00:48:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>listior</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitel 1]]></category>
		<category><![CDATA[Thorbus]]></category>

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		<description><![CDATA[Des Grenzländers Suche © Thorbus ((( Knack ))) &#8230;verdammt, was war das? &#8230;fragte sich Thorbus. Still, starr und regungslos wie ein Stein blieb der Grenzländer stehen. Langsam, sehr langsam senkte er seinen Körper zu Boden, die linke Hand am Kopf seiner Kriegsaxt, die er fest an seinen Körper preßte, die rechte Hand an seiner Tasche, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=reliquieneinervision.wordpress.com&amp;blog=12518215&amp;post=59&amp;subd=reliquieneinervision&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="text-decoration:underline;">Des Grenzländers Suche</span></p>
<div><span style="color:orange;"><span style="font-size:medium;">© Thorbus</span></span></div>
<p>(((  Knack )))</p>
<p><strong>&#8230;verdammt, was war das?</strong></p>
<p>&#8230;fragte sich Thorbus. Still, starr und regungslos wie ein Stein blieb  der Grenzländer stehen. Langsam, sehr langsam senkte er seinen Körper zu  Boden, die linke Hand am Kopf seiner Kriegsaxt, die er fest an seinen  Körper preßte, die rechte Hand an seiner Tasche, die er mit seiner Faust  zusammenpreßte, um jegliches Geräusch zu vermeiden. Lautlos kroch  Thorbus nun auf allen Vieren in einen natürlichen Verschlag aus  Felsbrocken und umgestürzten, halb verwitterten Baumstämmen und Ästen.  Das tief hängende Laub des Baumes über diesen Verschlag, ließ ihn völlig  in die Dunkelheit entschwinden.</p>
<p><strong> Ich hab Dich gehört, jetzt muß ich Dich nur noch sehen&#8230;</strong></p>
<p>&#8230;murmelte Thorbus vor sich her während er seine Augenlieder ein wenig  zusammendrückte um seinen Blick für die Ferne zu schärfen. Einen  zerberstenden Ast, welcher durch verfehlten Tritt dieses Geräusch von  sich gab, war Thorbus nicht fremd.</p>
<p><strong> &#8230;nichts zu sehen, rein gar nichts zu sehen, doch ich bin mir  sicher&#8230;dieses Knacken kam von dort vorn, wo der Wald in eine kleine  Lichtung aufgeht, ich bin mir sicher.</strong></p>
<p>Seinen Blick auf den Steinbrocken zu seinen Füßen lenkend, entspannte er  seine Augen, die im Dunkel der Nacht nichts zu erspähen vermochten und  drehte leicht seinen Kopf um besser in die Ferne zu hören und nun seinen  Ohren die Aufgabe der Überwachung der in der Ferne sichtbaren Lichtung  zu überlassen. Wie ein Wolf auf der Jagd, spitzte er seine Ohren um  irgend ein Geräusch zu erhaschen, was nicht zu den üblichen Geräuschen  eines Waldes im Dunkel der Nacht gehörte. Stille, trügerische Stille  herrschte nun, es schien, als wären alle Geräusche der Natur verstummt.</p>
<p><strong>Ich muß wissen woher das Knacken kam, ich bin zwar hier gut  verborgen, doch verstecke ich mich nach so vielen Schlachten doch nicht  wie ein feiger Knabe. Ich muß näher heran, heran an diese Lichtung dort  vorn.</strong></p>
<p>Doch vorerst entschied sich Thorbus, seiner trockene Kehle mit einem  Schluck aus seinem Wasserschlauch, das rauhe Gefühl zu nehmen. Er  entspannte seine Haltung, lehnte sich an einen morschen Baumstamm und  zog in leisen, gleichmäßigem hin und her den Korken aus dem  Wasserschlauch.</p>
<p><em>Jetzt bloß kein Geräusch</em> dachte er bei sich und fing an sich sein  Versteck und die nah liegende Umgebung zu mustern. <strong> Ein alter Wald,  voll mit kräftig gewachsenen Bäumen, dicht und hoch in den Himmel  ragend, welch hervorragendes Material um ein Dach zu decken, um&#8230;</strong></p>
<p>Er schwieg sich selber an und senkte seinen Blick. Er verfluchte es,  wenn es Ihn mitriß, wenn in seinem Kopf immer und immer wieder diese  Bilder verlorener Tage vorüberzogen, diese Bilder seines früheren  Lebens, die Bilder eines besseren Lebens. <em> Falvalah&#8230;.</em> der Name  seiner toten Frau fuhr ihm in einem verzweifelten Keuchen über die  Lippen.  Schlagartig schnürte es ihm die Kehle zu, jeder Tropfen Wasser  in seinem Mund schien sich verflüchtigt zu haben. Ein bitterer  Geschmack, den selbst ein weiterer großer Schluck aus seinem  Wasserschlauch nicht zu verscheuchen vermochte.</p>
<p><em>Ich muß Sie finden,&#8230;</em>dachte er,<em> &#8230;ich muß diese Gelehrte  unbedingt finden. Endlos erscheint mir die Zeit die ich Ihr schon auf  den Fersen bin, in der ich durch Geäst und Gebüsch stürze um den Spuren  zu folgen, die ich für die Ihren halte. Ha, fast scheint´s mir, als  würde Sie sich verstecken, oder derjenige&#8230;wem auch immer ich folge.  Kann Sie das sein, eine Gelehrte die sich verstecken muß, die alles  darum gibt unentdeckt zu bleiben? Leider wenig Glück dabei gehabt,  &#8230;verwirrend&#8230;.Spuren von Kämpfen, fand er auf seinem Weg, doch keine  Toten&#8230;verwirrend, Messer, ja, und Klingen und Pfeile&#8230;aber keine  Toten. Zerborsten Schild, durch schwere Stiefel aufgewühlte Erde, wie  mit einem Pflug, den er früher oft zum Aufreißen seines Ackers nahm, um  der neues Saat Luft zu verschaffen&#8230;doch, kein lebloser Leib wie  üblicherweise nach einer Schlacht, nichts&#8230;Seltsames ist hier am Werk.  Egal, ich muß Sie finden&#8230;</em></p>
<p>Es war Thorbus aufgefallen das die Spuren, denen er folgte, immer ein  wenig abseits von Spuren einer größeren Gruppe verliefen, denen sie zu  folgen schienen, aber er zerbrach sich nicht den Kopf darüber. Dieser  Tage waren viele unterwegs, Menschen und Elfen, Zwerge, Gnome und  Goblins. Vertriebene, Heimatlose, Flüchtende und Glücksritter auf der  Suche nach Ruhm und Ehre. Er war doch auch unterwegs, doch war sein  Grund der Reise ein anderer. Thorbus war getrieben von Haß, von Wut, von  innerer Zerrissenheit und endloser Pein. Jetzt, da er einen stärkenden  Schluck Wasser zu sich genommen hatte, die Geister der Vergangenheit aus  seinem Kopf für den Augenblick zu verblassen begannen,  konzentrierte  er sich wieder auf Geräusche, Gerüche und vermeintliche Schatten, die  sich als schwankende Äste herausstellten. Die Lichtung, die kleine  Lichtung dort vorn, die mußte er erreichen, so schnell und so leise wie  nur irgend möglich.</p>
<p>Sein Gepäck wieder gut verstaut, die Axt fest umschlungen um das  Klacken, der kleinen, in Blutverschmierten Lederfäden gewickelten  Stahldornen, am blanken Stahl zu verhindern und die Tasche mit der  anderen Faust in die Form eines Knäuels gepreßt um auch ihr kein  Geräusch zu entlocken, tastete er sich Stück für Stück vorwärts. Meter  um Meter im Schutzmantel der Bäume und der Dunkelheit schlich er näher  an die Lichtung, von welcher er sich sicher war, das achso verräterische  Knacken eines unachtsam getretenen, verdorrten Zweiges gehört zu haben.  Je näher er der Lichtung kam um so mehr tat sich der Wald auf.</p>
<p><strong>Volltreffer&#8230;</strong></p>
<p>Sprach sich Thorbus bestätigend zu als er das Flackern eines kleinen,  jedoch weithin sichtbaren Feuers vernahm.<br />
Ein Lager mußte dort sein. Nicht sonderlich gesichert oder versteckt,  aber das war auch nicht von Nöten, denn auch ohne Feuer, wäre Thorbus  der Geruch von trocknendem Blut, welches aus Wunden getreten war und nun  zu gerinnen begann aufgefallen. Auch ein Blütenartiges Aroma, wohl von  einem Trank oder Tee, wäre im beim Näher kommen aufgefallen. Tee. Das  trinken Gelehrte am liebsten, glaubte er zu wissen. Kann es sein das er  endlich die gefunden, die er gesucht hatte, um Antworten auf seine  Fragen zu bekommen.</p>
<p><em>&#8230;das mußte es sein. Noch etwas näher, nur ein wenig&#8230;um einen  Blick zu riskieren.</em></p>
<p>&#8230;dachte er sich. Er vernahm zwei Gestalten. Kauernd am Boden, in einer  ungewöhnlichen Haltung. Entweder spähten sie in das Dunkel des Waldes  oder sie&#8230;sie&#8230;</p>
<p><strong>Verfluchte Kreaturen, Mörder&#8230;</strong></p>
<p>&#8230;zischte es über seine Lippen als er eine dritte Gestalt vernahm, eine  dunkle, verhüllte Gestalt die reglos neben den beiden  anderen&#8230;JA&#8230;.zu stehen schien. Es war nicht zu erkennen wer oder was  diese Kreatur war, das was wie Beine schien, konnten keineswegs Beine  sein, unförmige Gliedmaßen, oder spielte ihm die Dunkelheit einen  Streich. Die Arme waren keine, nicht solche, wessen Anblick Thorbus  geläufig war. Plötzlich schoß ihm ein Gedanke durch den Kopf, als er  eine der Gestalten als eine Frau ausmachte: „[hero: Esturiana]“&#8230;die  Gelehrte, die die er suchte. Sie mußte es sein, die Spuren führten ihn  hier her. Noch ein wenig näher kroch Thorbus an das befremdliche Lager  heran, ohne ein Geräusch, den Atem anhaltend um sich in volle Stille zu  hüllen.</p>
<p><em>Kann Sie es sein, sie muß es sein, ich bin mir  sicher&#8230;oder&#8230;.JA&#8230;..Sie muß es sein</em></p>
<p>Noch weiter preßte er seine Augenlieder zusammen um in diesem Dunkel  etwas mehr zu sehen, waren dort noch mehr, wer oder was waren die  anderen beiden Gestalten, war es eine Falle? Seine Augen nutzten nun  jeden kleinen Lichtschein des Lagerfeuers aus um sich die Gestalten zu  betrachten, das war doch&#8230;</p>
<p><em>&#8230;ein Mann, das neben Ihr war ein Mann, ein Verwundeter&#8230;.bei  Erulion&#8230;sie sind Gefangene, sie spähen nicht, sie knien nieder, vor  diesem, diesem&#8230;Schatten&#8230;Wesen&#8230;.was auch immer.</em></p>
<p>Thorbus drehte sich kurz auf den Rücken, nahm seine Kriegsaxt in die  Linke, murmelte ein kurzes Stoßgebet in Richtung Nachthimmel und wußte  genau, was er nun zu tun hatte.</p>
<p><em>Niemals lasse ich zu, dass dieses Ungetüm in Schwarz das Morden der  Grenzlande hier her in diesen Wald trägt, nicht so nah an den Antworten  auf meine fragen, lasse ich zu das die Gelehrte in seiner Knechtschaft  lebt und stirbt. Gebt mir Kraft, ihr Götter, gebt mir Kraft&#8230;</em></p>
<p>Mit einem Satz sprang Thorbus aus seinem Dunkel.</p>
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